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Toskana - Sizilien - Riviera 1998

 

Sommerurlaub 10.07   mit   31.07

 

 

Freitag, den 10.07.1998  

Km-Stand:  89.495     Abfahrt: 5.15 Uhr, bewölkt,    ca:18  Grad.

Abfahrt in Richtung Süden, altbekannte Route Autobahn München - Lago di Garda - Florenz.  Die einzige große Stadt in der Toskana, die wir noch nicht besichtigt und erlebt haben. Autobahnausfahrt  Cartossa zum Campingplatz.

Km-Stand :  90.465   -   Ankunft: 16.30 Uhr,           Sonnenschein  35 Grad - herrliches Wetter 

Abends nach dem Einrichten und Abendessen auf dem hoch über Florenz, unweit des Piazzale Michelangelo gelegenen  Campingplatzes , bummeln zum Piazzale mit atemberaubendem Blick über Florenz auf die Altstadt mit Dom, der Ponte Veccio etc. Fliegende Händler unterhalb der riesigen Michelangelo - Statue des David, viel los. Spät, bei Dunkelheit noch einmal zum Piazzale Michelangelo, hoch über dem Arno gelegen  (ca. 10 Gehminuten vom Campingplatz). Die Hölle los, sehen und gesehen werden, Treffpunkt der Jugend und der Alten, ob klein ob groß! Inge im Nachthend (fast nicht aufgefallen). In einer Freilicht - Tanzbar neben dem Platz ging ebenfalls die Post ab. Die Liveband  spielte nicht einmal schlecht, also   -  typisches Italien-Feeling!

           

Samstag, 11.07.1998 

Gegen 9.00 Uhr Aufbruch zur Florenzbesichtigung, zu Fuß mit Wanderstiefeln (wir haben noch schmerzlich unsere Rom-Besichtigung in Erinnerung). In 15 Minuten sind wir unten am Arno. Das erste Mal in unserem Leben haben wir eine Bisamratte gesehen, groß wie ein Biber. Der  fühlte sich sichtlich  wohl mitten auf dem Fluß und hat seinen Bauch gekratzt. Über die Veccio-Brücke sind wir zum Dom marschiert, und von einer netten Signora haben wir  (in deutsch)  die Geschichte und Geschichten  über und um den Dom erzählt bekommen. (Baptisterium erbaut ca. 1059, Dombaubeginn  1296. Die riesige  20.000 t schwere Kuppel kam erst 1420-34 dazu, erbaut von Brunelleschi, viele bedeutende Künstler von Michelangelo bis Tiepolo haben bei der Ausgestaltung des Doms mitgewirkt ). Belohnung der Besteigung  der 425 Stufen hohen Domkuppel mit dem berühmten Gewölbefresko "Jüngstes Gericht"  von Giorgio Vasari war eine herrliche Aussicht über Florenz und die umliegenden toskanischen Hügel. Dazu das herrlichste Sommerwetter, es war schon wieder ca. 35 Grad im Schatten. Danach Besichtigung  des Palazzo  Veccia, Baptisterium, Innenhof Palazzo Medici (der  wohl berühmtesten Familie Italiens), der Kirche Santa Croce (Grab von Michelangelo ,Galilei und Machiavelli), herrliche Fresken. An Eintrittsgeldern ca. 40 DM losgeworden, ein Eis und je ein Bier gegönnt. Um ca. 15.oo Uhr waren wir wieder am Bus, ziemlich ausgepowert. Jetzt ca. 40.Grad heiß.  Wir relaxen und trinken Expresso, relaxen  und kochen  dann  - na was denn - Spagetti natürlich!  In der Dämmerung gehen wir mit einer Flasche Rotwein zum Piazzale  Michelangelo , setzen uns  zwischen andere Florenz-Genießer auf die Stufen , trinken unseren Rotwein und beschließen, unseren Lebensabend in der Toskana zu verbringen. 

(Campingplatzgebühr: 42.000 LRA/Tag einschl. Dusche und Strom)

    

Sonntag, den 12.07.1998  

Abfahrt: ca. 9.00 Uhr -   Ca. 25. Grad -  Sonnenschein, 

9.00 Uhr Aufbruch Richtung Rom - Neapel. Wir fahren Autobahn, erst durch die Toskana, dann UmbrienLatio. Bei Neapel, gegen 14.00 Uhr wird's ziemlich heiß. Klaus will Richtung Vesuv,  auf die Vesuv-Höhenstraße. Wir sehen ihn, fahren aber ziemlich um ihn herum. Klaus fragt  zwar mehrfach aber mangels eindeutiger Verkehrshinweise und chaotischem Straßenverkehr und Verkehrsführung bleibt dem erloschenen Vulkan eine Besteigung durch uns Schweinfurter erspart. Ziemlich genervt wollen wir  schließlich doch gleich nach Pompeji (das neue und das alte), oberhalb des Golfs von Neapel.  Ziemliche Irrfahrt durch Neapels Ghettos, aber überall Schüsseln vor den Fenstern, schließlich finden wir doch noch  Pompeji, das alte und das neue und den Campingplatz "Zeus", ca. 150 m vom Eingang der versunkenen Stadt.  17.00 Uhr Ankunft, ca. 35 Grad heiß, schwitz, schwitz. Bravourleistung von Klaus,  unseren "Roten" heil durch das Chaos bei der Hitze zu steuern.  Nach Spagetti mit Tomaten und Pilzen starten wir zu Fuß nach Pompeji-Centro (das Neue) . Jede Menge rausgeputzter Süditaliener, klein aber fein, sogar ich habe ungewohnte Übersicht über Menschenmassen. Schöne Kirche, viele Malereien  und das erste Mal wohnen wir einem süditalienischem Gottesdienst bei, sehr theatralisch das Ganze. Danach fällt uns der viele Dreck, die herrenlosen Hunde auf und wir schauen, daß wir wieder zum Bus kommen. Schön ruhig - einzig am Campingplatzeingang steht ein Fernseher auf der Straße, heute wird das Fußball-Weltmeisterschaftsendspiel zwischen Frankreich und Brasilien übertragen. Na ja,  irgendwann werden wir das Ergebnis schon erfahren. Wir sind ziemlich geschafft und gehen ziemlich früh in die Falle. Morgen  früh geht’s  in die versunkene Stadt!

(Campinggebühr: 24.000 Lira/Nacht alles incl.). 

    

Montag, den 13.07.1998 

Gegen 9.00 Uhr,  wieder herrlich warm (in Zukunft erwähne ich nur noch das Wetter, wenn es sich extrem ändern sollte). Gehen wir zum "Porto Marino" , einem der Eingänge zum alten Pompeji , kaufen uns einen Führer "wie besichtigen wir Pompeji. Nach vier Stunden  bei brütender Hitze sind wir geschlaucht und haben zumindest eine  Vorstellung, wie diese Stadt 79 nach Christo ausgesehen hat und wie die Menschen damals gelebt haben. Sehr beeindruckend und bei flirrender Hitze vermeinten wir des öfteren die  Fuhrwerke über die gepflasterten Straßen mit den Wagenrillen poltern zu hören. Aber wahrscheinlich war es doch unser Magen und  bei Tomaten und Mozarella und herrlich gelben Maisbrötchen unterhalten wir uns über das Gesehene und lesen in unseren schlauen Reiseführern über die Geschicke der Stadt und der Menschen nach. Unser Campingplatz ist schön grün und schattig, zwar in der Nähe des Bahnhofs, was allerdings als nicht sehr störend von uns empfunden wurde. Klaus beschließt, wir fahren erst morgen weiter Richtung Paestum, immer an der Amalfiküste entlang. (Hoffentlich finden wir diesmal die berühmte Küsten-Höhenstraße). Abends gehen wir nochmal in die Stadt und kaufen ein.  Sonst keine sehr sehenswerte Stadt, ziemlich schmutzig, aber daran muß man sich,  in Süditalien halt gewöhnen.

    

Dienstag, den 14.07.1998    

Gegen 9.00 Uhr fahren wir weiter in Richtung Salerno auf der Stadtautobahn  und biegen dann  ab zur "Costa Amalfitana" auf die berühmte Küstenstraße. Die ist sehr eng, wir mit unserem Bus dürfen gerade noch drauf fahren. Froh sind wir, dem Chaos der Straßen in und um Neapel entronnen zu sein und klettern mit unserem Bus ziemlich hoch auf der schmalen Straße, viele, viele  Kurven und oben einen imposanten Blick auf den Golf von Neapel. Schöne kleine Bergdörfer, an den Berg hingeklebt, viele Bougonvillas, lila, purpur, eine herrliche Blütenpracht, wieder sehr sehr heiß !! Dann - nach der Bergumrundung - Sorrento und ein herrlicher Blick auf die Amalfiküste mit tiefblauem Meer, schroffen Felsen und kleinen türkis umrandeten Buchten, vorbei an Positano und Amalfi. Traumhaft schön, sehr kurvig und sehr eng. Uns erinnert es ein wenig an die Steilküste bei Sanremo.

    

 

 Schließlich sind wir in Salerno. Klaus fragt aber lieber an einer Tankstelle, wie wir  Paestum  (dorische Tempelanlagen der griechischen Stadt Poseidon, die die Römer Paestum nannten) erreichen können. Die in Neapel gefahrenen engen Einbahnstraßen haben uns gereicht. Der Mann konnte sehr gut deutsch und riet uns auf die Autobahn Richtung Reggio zu fahren und die Ausfahrt bei Eboli  zu nehmen. Gesagt, getan und um ca. 14.00 Uhr waren wir schließlich auf dem brütend heißen Gelände der Ausgrabungen. Beschließen erst zu besichtigen und uns dann einen Campingplatz am Meer zu suchen, um endlich einmal zu baden. Bewachten Parkplatz suchen, schattig und bei sengender Hitze die Ruinen der ehemaligen Handelsstadt griechischer Herkunft, die von den Arabern zerstört wurde, besichtigt. Unser Rundgang war sehr kurz, zwei große Tempel von Gerüsten umgeben und viele, viele Steine und Säulen die kreuz und quer rumlagen, trotzdem sehr interessant. Fürs Museum hatten wir keinen Nerv, das Meer lockte!

    

    

 Wir suchten und fanden einen Campingplatz direkt am Meer "Marepineta" in einem Pinienwald, schön schattig. Vorzelt aufgebaut, Tomaten und Mozarella gegessen (schon wieder) und dann mit Sack und Pack (wichtig: Sonnenschirm vom Aldi)  an den Strand. Herrliche Abkühlung im Meer, faulenzen , baden, lesen. Abends klappte endlich der Anruf zuhause, alles o.k. und dann ein kleiner Bummel durchs Touristenzentrum. Abends vor dem Bus bei einigen Gläsern Rotwein, ganz schön bissig der Paestumer Wein, und Musik vom Alleinunterhalter - Stromausfall. Nichts ging mehr und wir durften die ganze Nacht dem Lärm des Dieselaggregates lauschen. Dieses brummte immerzu, weniger schön. 

Km-Stand: 91.184                         Gebühr:. 40.000 LRA

    

Mittwoch, den 15.07.1998 

Gegen 6.00 Uhr ging das Aggregat aus, wir schliefen noch bis gegen 8.00 Uhr, dann Frühstück. Heute  ist der Himmel bedeckt. Aber, warten wir's ab. Später beim Strandspaziergang fing`s das Regnen an  und wir  wollen doch schon weiterfahren. Gesagt, getan, wir fahren an Agropoli vorbei, weiter nach Prignano, Vallo über Lauritio nach Sarpi (grandiose Landschaft, Berge, Berge), kurz vor Sarpi auf die Küstenstraße. Weiter immer am Meer entlang (SS 18) über Maretea, bei strömendem Regen weiter bis Belvedere und dann in Campora di S. Giovanni auf den ersten menschenleeren Campingplatz unseres Lebens "La  Principessa", gleich hinter einer Tankstelle. Wir bekamen an der Hotelrezeption  einen  Schlüssel mit der Nummer 3 und Klaus wußte nicht, wo er sich auf dem menschen- und autolosen Platz hinstellen sollte. Wir stellten uns erst einmal mitten drauf und tranken ein Glas Rotwein. Danach kochte Klaus bei strömendem Regen ein grandioses Mahl. Wir genossen dasselbe und dann hörte es auf zu regnen und siehe da, es kam eine wahrscheinlich englische Familie und stellte seine Zelte auf, also, ganz allein waren wir nicht mehr. Morgen geht’s weiter nach Sizilien!

KM-Stand:  91442                     Gebühr:  30.000 LRA

Donnerstag, den 16.07.1998 

Recht ruhige Nacht verbracht, früh so gegen 1/2 8 Uhr scheint bereits wieder die Sonne. Erst getankt und dann auf die Autobahn A 3 Richtung Reggio. 24.00 Grad. Am fast immer tiefblauem Meer vorbei. Gegen 11.30 erreichen wir Villa d.S. Giovanni und die Fähre über die Straße von Messina nach Sizilien. Das Meer ist ja noch blauer als auf den Reiseprospekten,  ich kann es gar nicht fassen.

Endlich:  Sizilien!! 

Durchs chaotische Messina (verkehrsmäßig) wieder auf die Autobahn der Küste entlang bis Taormina. Und den Ätna sehen wir auch schon. Ziemlich imposant. Herrliche Farbe des Mittelmeeres mit viel Steilküste , das Land hier ist ziemlich verbrannt, überall riecht es nach verbrannter Erde. Steile Felsen, Olivenhaine soweit das Auge schauen kann. Taormina liegt wirklich  einzigartig, nicht zu Unrecht das Touristenziel in Sizilien. Überall Schilder "Antiqua",Ausgrabungen, aber im Moment wollen wir nur ans Meer, sehr heiß, wieder so um die 35 Grad. Bei Fondachello verlassen wir die Autobahn und peilen einen Campingplatz an. Gesucht, gefunden, wir landen auf dem "Al Mokambo", direkter Blick zum Ätna und ca. 100 m zum Strand. Wir essen das übliche und machen  uns mit Schirm - sehr wichtig! - auf an den Strand. Tiefblau (richtig kitschig) das Meer, diesmal Kieselstrand.  Durch viele, viele Wellen stürzen wir uns in die Fluten, einfach herrlich. Heute Abend zeigt uns der Patrone ein Video über den Ätna. Der Platz ist einfach aber sauber unter Zitronenbäumen (wollen wir uns welche mitnehmen, die schmecken einfach prima, ganz anders wie die Zitronen zuhause).

ca. 35 Grad tagsüber (Schatten), gegen 20.00 noch etwa 25 Grad.

Km-Stand: 91.656, Gebühr: 34.000 Lire,

 

 

Wir unterhalten uns mit den Nachbarn und der macht uns auf das Feuer und Spucken des Ätna aufmerksam. Immer wieder müssen wir mit dem Fernglas nach oben starren. Der Videofilm sensibilisiert uns noch mehr mit dem Phänomen "Ätna" und ich muß immer an die Leute denken, die hier leben und der dauernden Gefahr ausgesetzt sind.

Unsere Tischnachbarn geben uns Tips, was wir alles in Sizilien anschauen sollen und ziemlich müde gehen wir dann gegen 24.00 Uhr ins Bett.

Freitag, den 17.07.1998 

Faulenzertag, ganzen Tag am Strand. Trotz Sonnenschirm habe ich abends einen gewaltigen Sonnenbrand auf dem Rücken. Klaus kühlt mit Geschirrtüchern. Klaus unterhält sich mit Leuten aus Berlin und der Ätna spuckt dazu.

Samstag, den 18.07.1998 

Gegen 9.00 Uhr geht es weiter in Richtung Siracusa (Syrakus). Aber erst den Ätna hinauf bis zur Liftstation. Von da aus geht es nur mit Geländefahrzeugen weiter, das war uns denn doch zu teuer. Wir klettern auf einen erloschenen Krater. Schon beeindruckend, diese Mondlandschaft. Wieder den Berg runter auf der anderen Seite. Vorbei an verschütteten Häusern und Straßen, Richtung Catania über Augusta (Industriestadt) nach Syrakus. Dort besichtigen wir bei ca. 40 Grad  das griechische Theater, den griechischen Steinbruch, den Opfelaltar Hierons des II und das Ohr des Dionysios (Gefangenlager und hier eine Grotte, in denen Gefangene schmachteten und durch die gute Akustik konnte obiger Tyrann (man kennt ihn aus : Zu  Dionysios dem Tyrannen, schlicht Mörus, den Dolche im Gewande, ihn schlugen die Häscher in Bande etc. etc.). die armen Menschen belauschen. Diese Höhle ist künstlich und hat wirklich eine sagenhafte Akustik. Dann ziemlich geschafft weiter bis Avola auf den Campingplatz "Sabbiadoro".

    

Für eine Nacht geht es, Sandstrand mit klarem Wasser, ansonsten ganz normal Sizilien.  Ziemlich kurvige enge Angelegenheit bis wir auf dem terrassenförmigen Campingplatz waren. Fast keine Touristen, alles italienische Urlauber. Doch eine Deutscher mit einem Riesen-Wohnmobil, wie der wohl auf den Platz gekommen ist, muß wohl noch eine Einfahrt geben!? Abends Spaziergang an den Klippen entlang, wieder herrliches Wasser, klar, man konnte die Steine und  die Seeigel zählen!  Km-Stand 91,857, Gebühr 32.000 Lire, ca. 40 Grad tagsüber.

    

Sonntag, den 19.07.1998 

Gegen 9.45 fahren wir weiter Richtung Noto. Besuch des 1693  von einem Erdbeben zerstörten alten Noto, lauter Ruinen.

Dann Richtung Rosolino, in das Landesinnere über riesige Brücken, vorbei an total abgebrannten Olivenhainen, kahle Landschaft,  nach Ispica zu den Höhlengräbern "Cave d' Ispica"- Besichtigung der Wohnungen und Gräber. Dann weiter durch das verbrannte Land, überall raucht es noch und riecht  verbrannt, ziemlich geschundene Erde, nach Ragussa. In die Altstadt mit unserem Bus auf einem Hügel, ziemlich gewagt, wir kommen gerade noch durch die engen Gassen mit den schmiedeeisernen Balkonen. Ragussa, einen bildhübsches, etwas morbide wirkendes,  italienisches Barockstädtchen  mit einem entzückenden kleinen Stadtgarten.

    

Nach kurzem Rundgang durchs Städtchen und durch den Garten geht’s es wieder weiter der SS15 entlang. Bei Palma di Montechiara am Meer Richtung Agrigent , italienisch "Agrigento" .Hier am "Tal der Tempel" vorbei auf einen Campingplatz direkt am Meer ,vorbei auf der Strandpromenade an tausenden von italienischen, bzw. sizilianischen Sonntags-Strandbesuchern und Badegästen. Endlich geschafft, wir fahren auf den "Camping International Nettuno", San Leone, Agrigent.

Tax: 31.500 Lire, km-Stand: 92.145. 

    

Wir suchen gerade einen günstigen Platz, da sieht Klaus das Riesen-Wohnmobil vom Vortrag und wie es so seine diskrete Art ist sagt er:" Wie kommt Ihr denn  hier her, Ihr ward doch gestern  noch in Avola.?!? " .Wir wurden auf ein Bier eingeladen und es wurde ein sehr netter Abend. Zum Essen wurden wir auch noch eingeladen, es gab Gulasch mit Gnoccis und Salat.

Ein Ehepaar aus Bad Kreuznach mit ihren zwei Kindern (Mädel, ca. 16 Jahre alt, Junge 18 und dessen Freund),in unserem Alter d.h. noch ziemlich jung. Mit der Familie Kapp haben wir uns gleich gut verstanden, auf jeden Fall haben die beiden was mit Reha im weitesten Sinne zu tun, es wurde also , zum ersten Mal übrigens, von Arbeit gesprochen. Auf jeden Fall haben wir schön gebabbelt. Ziemlich erstaunlich noch, daß auch Schweden, Holländer und Schweizer auf dem Campingplatz waren, mit Wohnwagen versteht sich, also die haben noch mehr hinter sich als wir!!  

Montag, den 20.07.1998

Beschlossen, doch noch einen Tag hier zu bleiben und Tempel und das Archeologische Museum, das eines der schönsten in Sizilien sein soll und eine normannische Kapelle, die auf den Resten eines späthellenistischen Tempels gebaut wurde, beherbergt.

 Agrigent entstand 581 v. Christus und das Tal der Tempel (bei 35 Grad im Schatten besucht) ist imposant und sehr schön erhalten bzw. restauriert. Zur Komplettierung unseres Eindrucks trägt der Museumsbesuch bei, der uns einen Eindruck über die Vielfalt des kulturellen Lebens lang vor unseren sogenannten "modernen Zeiten"  vermittelt.

Wieviel Können und Sorgfalt , technisches und handwerkliches Geschick haben die damaligen Menschen (wahrscheinlich mehr oder weniger freiwillig)  bewiesen. Außerdem bestaunten wir eine riesige Zeusstatue  und genossen die angenehme Kühle im Museum. Nach soviel Kultur ließen wir nachmittags unsere Seele  am herrlichen Sandstrand baumeln, Inge wieder sorgfältig unterm Sonnenschirm verstaut.  Abends - na was schon - Spagetti mit Thunfisch und Salat und  Kartenspiel mit den Kapps. Lustige Angelegenheit, es wurde ziemlich spät. Irgendwie geriet Klaus an den Namen "Baron Münchhausen" , ich möchte mal wissen, aus welchem Grund?

 

Dienstag, den 21.07.1998 

Abfahrt gegen 9.00 Uhr bei 25 Grad in Richtung Eraclea Minoa  immer am unglaublich blauem Meer entlang. Hier ist die Küste herrlich grün. Wir - d.h. die Familie Kapp und wir -  beschlossen gemeinsam zu fahren. Auf dem Hochplateau über den Kreidefelsen besichtigen wir Reste der griechischen Stadtbefestigung  mit einem kleinen Museum und ein weiteres griechisches Theater. Weiter auf der SS 15 nach Caltabelotta, einem Felsennest hoch über dem Fluß Verdura. Endlich wieder furchtbares, grünes Land, ein herrlicher Weitblick. Weiter auf der SS15 nach Selinunte. Hier die größte Tempelanlage in Sizilien besichtigt. Ich marschierte durch das Tal des Todes und schrammte gerade noch an einem Hitzschlag vorbei. Nichts wie einen Campingplatz suchen! Vorschlag von Alice: der "Geser-Club" direkt am Strand in Marinella. Erster Eindruck  " na hallo", zweiter Eindruck "na ja, also gut". Kein Supermarkt, keine Zigaretten, später dann doch. Nette Unterhaltung mit zwei Lehrerinnen aus Deutschland, die staunten, daß Jürgen so weit mit seinem riesigen Wohnmobil in den Süden gekommen sei. Wie er das wohl geschafft hätte? Klaus war sehr zufrieden, daß es  noch einen VW-Bus gab, der langsamer als der seine  war. So hatte jeder von uns seinen Spaß. Schöner Strand war ja da und wir genossen geschlossen ein erfrischendes Bad, na ja, alle bis auf einen........., ratet mal wer? Morgen wollen wir weiter ins Landesinnere Richtung Norden. 

Km-Stand: 92.310   -   Tax: 32.000 Lire          

Mittwoch, den 22.07.1998                          

9.45 Uhr, 35 Grad/Schatten 

Über Campobello auf die Autobahn Richtung Norden  bis nach Segesta.

Hier wieder bei brütender Hitze (nur die doofen Touristen sind unterwegs, die Sizilianer machen alle Siesta)  Überreste eines griechischen Theaters auf einem Hügel angeschaut, schnauf , schnauf , und dann gegenüber der berühmte dorische Tempel (der auf sämtlichen Eintrittskarten)  sehr gut erhalten!  Sehr anstrengend,  aber die herrliche Aussicht über ein fruchtbares Tal entschädigt für die Mühe. Weiter Richtung Palermo. Hier zieht es vor allen Dingen die Jugend in die Katakomben der Cappuccini (Kapuzinermönche). Dort kann man mehr als 8000 mumifizierte Leichen der Oberschicht Palermos vom 17. bis zum 19.Jahrhundert begaffen, was wir dann auch tun. Vorher war aber erst der mehr als sizilianische Verkehr Palermos zu bezwingen und mit dem Riesenschiff der Kapps einen Parkplatz zu finden. Wir fuhren nach Stadtplan in die Nähe unserer Katakomben und plötzlich winkten uns alle Leute auf der Straße zu. Wir dachten erst, sehr freundlich! Stellten aber dann schnell fest, daß wir in eine dreispurige Einbahnstraße falsch einfuhren. Also gut, hielten wir erst einmal an. En Typ kam angelaufen, richtig mafiamäßig sah der aus, und bedeutete uns, wir können so stehen bleiben, also eine Fahrbahn blockierend, und parken . Er bekam 10.000 Lire und die Aufgabe, auf unsere  rollenden Gefährten mit Inhalt - bei Kapps war der Hund ja noch im kühlen Inneren - aufzupassen. Nun ja, dieser Aufgabe kam er wohl in ausreichendem Maß nach, denn bei unserer Rückkehr nach ca. 2 Stunden war alles o.k.  Also, kühl war es ja schon in den Katakomben, aber auch ganz schön makaber. Weiter gings über Bagheria, Termini nach  Cefalu , ein bekannter Touristenort mit imposanter normannischer Kathedrale. .Wunderschöne Bucht mit steinigem Strand, Einkaufen im Supermarkt, Obst, Wein etc.. Dann auf den Campingplatz "San Filippo".

Km-Stand: 92.532,   -   Tax: 30.000 Lire.

Donnerstag, den 23.07.1998 

Heute schwül, ein paar Wolken. Aber heiß, tropf, tropf! Gegen 11.00 Uhr umrunden wir zweimal Cefalu (wo ist nur die Autobahn?)  und fahren die Küstenhöhenstraße Richtung Messina.  An der Keramikhochburg Santo Stefano di Camastra  vorbei mit sehr malerischen und kunstvollen Keramiken (Töpfe, Teller etc.) vor jeder Haustüre. Vorbei an Sant Agata di Militello (Castello Gallejo, 1630 erbaut), dem Tor zu den Nebroden-Bergen (hier versteckt  angeblich die Mafia ihre  Entführungsopfer). Wir genießen den Ausblick auf  das herrlich blaue thyrrenische  Meer. Hinauf geht’s nach Tindaris  mit dem Dom Santuario della Madonna Nera, der schwarzen Madonna - ein Heiligtum . Wir blicken ins Tal  über die weißen Lagunen am Fuß der Nabrodenausläufer, unser nächstes Ziel. . Leider haben wir für Nicosia und Castelbuono, die sicher auch sehenswert sind,  keine Zeit , alles können wir uns auch nicht ansehen.Gegen 15.00 Uhr sind wir am Campingplatz von Marinello. Weiträumiger Platz mit  - leider Hundeverbot - , schlecht für die Kapp`s, Jürgen, Alice, Melanie, Patrick samt Hausfreund Stefan. Aber - fragen kostet nichts! Platz gesucht, gefunden und dann relaxed. Keine Action mehr.

KM-Stand: 92.721,   zwischen 30 bis 40 Grad.

 Morgen wollen wir mal schön ausruhen und dann Samstags auf die Fähre ins "richtige Italien" wie Patrick sagt.

 Wir sind nämlich "auf Sizilien in Italien". Abends Bummel durch die nahe Altstadt . 

Freitag, den 24.07.1998

Schön ausgeschlafen, d.h. weniger gut eingeschlafen wegen der vielen Stechmücken. Nach ausgedehntem Frühstück an den Strand. Der schönste bisher, das Wasser ist einfach herrlich, es streichelt richtig den Körper  Die Männer schnorcheln  und wir , d.h. die weiblichen Mitglieder unserer Truppe, sammeln schöne Steine. Das habe ich ja ganz vergessen zu erzählen, von überall her haben wir schon die tollsten Steine, vom Lavastein bis zu antiken Terrakottascherben , gesammelt, damit wir uns ja auch immer an unsere schönsten Momente erinnern.

Klaus und Jürgen holen Schwertfisch frisch vom Fischmarkt . Abends versammeln wir uns in großer Runde zum Gourmet-Abendessen:

Nudelsalat, Tomatensalat, gegrillter Schwertfisch und Kartoffelsalat -  hmmm - einfach Spitze! Noch ein bißchen "gebabbelt" ,ein wenig Wein getrunken und dann gegen 1.00 Uhr ins Bett. Nach Kampf mit den Stechern (ein Moorgelände ist in unmittelbarer Nähe des Campingplatzes ) doch noch eingeschlafen. Stefan hat noch mit seiner Mutter telefoniert und wir haben erfahren, daß der Ätna ausgebrochen ist. Deshalb also die schwarze Wolke über dem Gebirge. Wir sind in Sizilien und erfahren diesen Ausbruch aus der Zeitung in Deutschland ,die Welt ist doch verrückt!

Tax:  2x  77.500 Lire

Samstag, den 25.07.1998 

Gegen 10.00 Uhr Aufbruch in Richtung Messina, diesmal ohne Verfahren, d.h. wir mußten mit dem Eura-Wohnmobil (8m lang) entgegengesetzt durch die Einbahnstraße fahren, sonst wären wir niemals aus Marinello rausgekommen!  Gegen 11.30 waren wir auf der Fähre uns sagten Sizilien ade!

Wir wollen die große Tour Richtung Castiglione della Pescaia wagen  (unser altbewährtes Ziel zwischen Grossetto und Piomina). Vorbei an Neapel, Rom schaffen wir das und stehen gegen 23.30 Uhr vor dem Campingplatz "La Rochette". Rein können wir zwar nicht mehr - in den Campingplatz - aber der Padrone verweist uns auf den naheliegenden Parkplatz, trinken ein Bier und schlafen wunderbar den Schlaf der Gerechten, ohne Stechmücken!  Etwas komisch kommt mir zwar der Eingang des Campingplatzes schon vor, na, ja, denk  ich mir, in zwei Jahren hat sich ja doch manches getan.  

Sonntag, den 26.07.1998 

Früh gehen Klaus und Jürgen duschen, den Platz checken und Brötchen holen. Ich gehe einen langen Weg durch den Wald?!? an den Strand, ebenfalls ein leises Wundern, alles ist so anders als vor zwei Jahren!

Ich gehe vor bis zum Felsen ans Restaurant, ebenfalls ein langer Weg und dann in den Campingplatz "Baja della Rochette", dusche mir die Füße und will wieder auf den Parkplatz, langsam regt sich der Magen. Ich finde ihn nicht, Verweiflung! Geh den gleichen langen Weg wieder zurück und endlich finde ich unseren Roten. Ich war ca. 11/2 Stunden unterwegs und verkündete mit Tränen  in  den Augen, daß wir auf dem falschen Campingplatz seien, was natürlich die Herren schon gemerkt haben und über mich ergießt  sich  die volle Häme. Na ja, ich trag`s mit Fassung und Würde. Klaus holt den Paß, weil wir ja doch auf den andere Platz wollen. Für die Übernachtung auf dem Parkplatz verlangt der Padrone  33.000 Lire, ganz schön happig, ja,ja, wer den Schaden hat............

Wir fahren los, diesmal auf den richtigen Platz ,suchen ein schönes Eckchen für uns  und bauen Planen auf. Sitzt, paßt, wackelt und hat Luft. Puh, geschafft. Wieder faulenzen und schwitzen und dann ab 16.00 Uhr an den Strand. Auch den Kapp's gefällt  es hier am ligurischen Meer sehr gut . Herrliches Wasser, schwimmen, blödeln etc. 

    

Montag, den 27.07 bis Mittwoch, den 29.07.1998 

Faulenzen, schwimmen, Ausflug nach Castiglione della Pescaja,  einkaufen, grillen, blödeln mit den Kapp' s -  so richtig Urlaub ist

angesagt - no Kultur! Am letzten Tag nochmal ein High-Light! Früh ziermlich bald kommt ein uralter Fiat-Bus, Florenzer Kennzeichen mit Leitern drauf. Es dauert schon ziemlich lange, Palaver, Palaver, bis der richtige Platz gefunden ist. Ein  interessantes Paar, er ziemlich rund und so ca. 60 Jahre mit Glatze, sie mit Schlägerkappe und kurzer Hose und zwei Hunde, ein unwahrscheinlich dicker Jack-Russel und eine Promenadenmischung entsteigen dem Gefährt. Wir haben ja nichts weiter zu tun und gruppieren uns also so um unseren Frühstückstisch, damit wir auch alle die Geschehnisse nebenan mitbekommen. Gemächlich mit viel Trara leeren die beiden den Bus, bauen eine komplette Küchenzeile auf dem Platz auf, sehr sehr langsam, immer unterbrochen von kleinen Pausen.Gegen Nachmittag, wir waren inzwischen wieder vom Strand zurück, werden bzw. war beabsichtigt Streben oder ein Gerüst für irgendwas zu stellen. Es dauert und dauert. Wir,  und nicht nur wir, sind sehr interessiert an den Geschehnissen. Diese Ecke des Campingplatzes genießt jetzt viel Aufmerksamkeit der Urlauber. Jetzt helfen zwei Italiener dem Paar und Jürgen und Klaus erbarmen sich ebenfalls und helfen mit. Klaus kann sich kaum vor Lachen aufrecht halten  Wie die beiden uns später erzählten war die ganze Konstruktion sorgfältig, wahrscheinlich über Jahre geplant und sogar die Schrauben von Hand gefertigt. Endlich geschafft -  eine Plane drüber und dann der Kommentar des Konstrukteurs "multe Grande" Der eine italienische Helfer murmelte was von "Constructione Leonhardo da Vinci“. Das Ganze wurde von Patrick mit der Videokamera festgehalten und wir konnten alle nicht mehr vor Lachen. Also so was erlebt man sicher nicht im Hotel, es war einfach köstlich!

 

Donnerstag, den 30.07.1998, 10 Uhr 

Bezahlt 184.000 Lire, verabschiedet von den Kapp`s mit dem Versprechen, uns irgendwann, irgendwo wieder mal zu sehen (bin mal gespannt)  und auf geht’s in Richtung Heimat. Florenz, Bologna, Modena, Verona, vorbei am Gardasee. Runter von der Autobahn bei Brixen, Einkaufen (Mitbringsel für die Nachbarn und uns) und dann auf den Campingplatz am Vahrner See. Angenehm kühl bei ca. 25 Grad. Trotz Autobahn und Eisenbahnnähe gut geschlafen. DM 28,00 haben wir für den Platz gelöhnt. Geduscht, Gegessen, Wein getrunken, kleiner Spaziergang um den kleinen dunklen See, schöner Abschluß.

      

Freitag, den 31.07.1998 

Gegen 9.00 Uhr los auf die Brenner Bundesstraße  durch Innsbruck, diesmal über den Fernpass Richtung Heimat. Ankunft gegen 17.00 Uhr

In Schweinfurt bei Sonnenschein, ca. 25 Grad.     Km-Stand: 94.945

Urlaubskosten:

 

Fahrtkosten - Diesel          5.503 km  485,29 Liter     DM    710,00

Autobahngebühren                                                                  DM    120,00

Fähre Messina                                                                         DM      67,00

Campingplatzgebühren                                                             DM    741,50

Besichtigungskosten                                                                 DM      75,60

Ätna-Video                                                                              DM      38,00

Verpflegung, Lebensmittel, Sonstiges                                          DM    948,90 

                                    Insgesamt:                                          DM  2.700,00 DM

 

Grüsse von Inge, Klaus, Jürgen, Alice, Partic, Melanie und Stefan

 

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