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Toskana - Sizilien - Riviera 1998
Sommerurlaub 10.07 mit 31.07
Freitag,
den 10.07.1998
Km-Stand:
89.495 Abfahrt: 5.15 Uhr, bewölkt, ca:18
Grad.
Abfahrt in Richtung Süden,
altbekannte Route Autobahn München - Lago di Garda - Florenz.
Die einzige große Stadt in der Toskana, die wir noch nicht besichtigt
und erlebt haben. Autobahnausfahrt Cartossa zum Campingplatz.
Km-Stand :
90.465 - Ankunft: 16.30
Uhr,
Sonnenschein 35 Grad - herrliches Wetter
Abends nach dem Einrichten
und Abendessen auf dem hoch über Florenz, unweit des Piazzale
Michelangelo gelegenen Campingplatzes , bummeln zum Piazzale
mit atemberaubendem Blick über Florenz auf die Altstadt mit Dom, der Ponte
Veccio etc. Fliegende Händler unterhalb der riesigen Michelangelo -
Statue des David, viel los. Spät, bei Dunkelheit noch einmal zum Piazzale
Michelangelo, hoch über dem Arno gelegen (ca. 10 Gehminuten
vom Campingplatz). Die Hölle los, sehen und gesehen werden, Treffpunkt der
Jugend und der Alten, ob klein ob groß! Inge im Nachthend (fast nicht
aufgefallen). In einer Freilicht - Tanzbar neben dem Platz ging
ebenfalls die Post ab. Die Liveband spielte nicht einmal schlecht,
also - typisches Italien-Feeling!

Gegen
9.00 Uhr Aufbruch zur Florenzbesichtigung, zu Fuß mit Wanderstiefeln (wir haben
noch schmerzlich unsere Rom-Besichtigung in Erinnerung). In 15 Minuten sind wir
unten am Arno. Das erste Mal in unserem Leben haben wir eine Bisamratte
gesehen, groß wie ein Biber. Der fühlte sich sichtlich wohl mitten
auf dem Fluß und hat seinen Bauch gekratzt. Über die Veccio-Brücke sind
wir zum Dom marschiert, und von einer netten Signora haben wir (in
deutsch) die Geschichte und Geschichten über und um den Dom erzählt
bekommen. (Baptisterium erbaut ca. 1059, Dombaubeginn 1296. Die
riesige 20.000 t schwere Kuppel kam erst 1420-34 dazu, erbaut von Brunelleschi,
viele bedeutende Künstler von Michelangelo bis Tiepolo haben bei der
Ausgestaltung des Doms mitgewirkt ). Belohnung der Besteigung der 425
Stufen hohen Domkuppel mit dem berühmten Gewölbefresko "Jüngstes
Gericht" von Giorgio Vasari war eine herrliche Aussicht über Florenz
und die umliegenden toskanischen Hügel. Dazu das herrlichste
Sommerwetter, es war schon wieder ca. 35 Grad im Schatten. Danach
Besichtigung des Palazzo Veccia, Baptisterium, Innenhof
Palazzo Medici (der wohl berühmtesten Familie Italiens), der Kirche Santa
Croce (Grab von Michelangelo ,Galilei und Machiavelli), herrliche Fresken.
An Eintrittsgeldern ca. 40 DM losgeworden, ein Eis und je ein Bier gegönnt. Um
ca. 15.oo Uhr waren wir wieder am Bus, ziemlich ausgepowert. Jetzt ca. 40.Grad
heiß. Wir relaxen und trinken Expresso, relaxen und kochen
dann - na was denn - Spagetti natürlich! In der Dämmerung gehen wir
mit einer Flasche Rotwein zum Piazzale Michelangelo ,
setzen uns zwischen andere Florenz-Genießer auf die Stufen , trinken
unseren Rotwein und beschließen, unseren Lebensabend in der Toskana zu
verbringen.
(Campingplatzgebühr:
42.000 LRA/Tag einschl. Dusche und Strom)

Sonntag, den 12.07.1998
Abfahrt: ca. 9.00 Uhr -
Ca. 25. Grad - Sonnenschein,
9.00 Uhr Aufbruch Richtung Rom
- Neapel. Wir fahren Autobahn, erst durch die Toskana, dann Umbrien,
Latio. Bei Neapel, gegen 14.00 Uhr wird's ziemlich heiß. Klaus
will Richtung Vesuv, auf die Vesuv-Höhenstraße. Wir sehen ihn,
fahren aber ziemlich um ihn herum. Klaus fragt zwar mehrfach aber mangels
eindeutiger Verkehrshinweise und chaotischem Straßenverkehr und Verkehrsführung
bleibt dem erloschenen Vulkan eine Besteigung durch uns Schweinfurter erspart.
Ziemlich genervt wollen wir schließlich doch gleich nach Pompeji
(das neue und das alte), oberhalb des Golfs von Neapel. Ziemliche
Irrfahrt durch Neapels Ghettos, aber überall Schüsseln vor den Fenstern,
schließlich finden wir doch noch Pompeji, das alte und das neue
und den Campingplatz "Zeus", ca. 150 m vom Eingang der versunkenen
Stadt. 17.00 Uhr Ankunft, ca. 35 Grad heiß, schwitz, schwitz.
Bravourleistung von Klaus, unseren "Roten" heil durch das Chaos
bei der Hitze zu steuern. Nach Spagetti mit Tomaten und Pilzen starten
wir zu Fuß nach Pompeji-Centro (das Neue) . Jede Menge rausgeputzter
Süditaliener, klein aber fein, sogar ich habe ungewohnte Übersicht über
Menschenmassen. Schöne Kirche, viele Malereien und das erste Mal wohnen
wir einem süditalienischem Gottesdienst bei, sehr theatralisch das Ganze.
Danach fällt uns der viele Dreck, die herrenlosen Hunde auf und wir schauen,
daß wir wieder zum Bus kommen. Schön ruhig - einzig am Campingplatzeingang
steht ein Fernseher auf der Straße, heute wird das
Fußball-Weltmeisterschaftsendspiel zwischen Frankreich und Brasilien
übertragen. Na ja, irgendwann werden wir das Ergebnis schon erfahren. Wir
sind ziemlich geschafft und gehen ziemlich früh in die Falle. Morgen früh
geht’s in die versunkene Stadt!
(Campinggebühr: 24.000
Lira/Nacht alles incl.).

Gegen
9.00 Uhr, wieder herrlich warm (in Zukunft erwähne ich nur noch das
Wetter, wenn es sich extrem ändern sollte). Gehen wir zum "Porto
Marino" , einem der Eingänge zum alten Pompeji , kaufen uns
einen Führer "wie besichtigen wir Pompeji. Nach vier Stunden bei
brütender Hitze sind wir geschlaucht und haben zumindest eine
Vorstellung, wie diese Stadt 79 nach Christo ausgesehen hat und wie die
Menschen damals gelebt haben. Sehr beeindruckend und bei flirrender Hitze
vermeinten wir des öfteren die Fuhrwerke über die gepflasterten Straßen
mit den Wagenrillen poltern zu hören. Aber wahrscheinlich war es doch unser
Magen und bei Tomaten und Mozarella und herrlich gelben Maisbrötchen
unterhalten wir uns über das Gesehene und lesen in unseren schlauen
Reiseführern über die Geschicke der Stadt und der Menschen nach. Unser
Campingplatz ist schön grün und schattig, zwar in der Nähe des Bahnhofs, was
allerdings als nicht sehr störend von uns empfunden wurde. Klaus beschließt,
wir fahren erst morgen weiter Richtung Paestum, immer an der Amalfiküste
entlang. (Hoffentlich finden wir diesmal die berühmte Küsten-Höhenstraße).
Abends gehen wir nochmal in die Stadt und kaufen ein. Sonst keine sehr
sehenswerte Stadt, ziemlich schmutzig, aber daran muß man sich, in
Süditalien halt gewöhnen.

Gegen 9.00 Uhr fahren wir weiter in Richtung Salerno auf der Stadtautobahn und biegen dann ab zur "Costa Amalfitana" auf die berühmte Küstenstraße. Die ist sehr eng, wir mit unserem Bus dürfen gerade noch drauf fahren. Froh sind wir, dem Chaos der Straßen in und um Neapel entronnen zu sein und klettern mit unserem Bus ziemlich hoch auf der schmalen Straße, viele, viele Kurven und oben einen imposanten Blick auf den Golf von Neapel. Schöne kleine Bergdörfer, an den Berg hingeklebt, viele Bougonvillas, lila, purpur, eine herrliche Blütenpracht, wieder sehr sehr heiß !! Dann - nach der Bergumrundung - Sorrento und ein herrlicher Blick auf die Amalfiküste mit tiefblauem Meer, schroffen Felsen und kleinen türkis umrandeten Buchten, vorbei an Positano und Amalfi. Traumhaft schön, sehr kurvig und sehr eng. Uns erinnert es ein wenig an die Steilküste bei Sanremo.


Schließlich sind wir in Salerno. Klaus fragt aber lieber an
einer Tankstelle, wie wir Paestum (dorische Tempelanlagen
der griechischen Stadt Poseidon, die die Römer Paestum nannten) erreichen
können. Die in Neapel gefahrenen engen Einbahnstraßen haben uns
gereicht. Der Mann konnte sehr gut deutsch und riet uns auf die Autobahn
Richtung Reggio zu fahren und die Ausfahrt bei Eboli zu
nehmen. Gesagt, getan und um ca. 14.00 Uhr waren wir schließlich auf dem
brütend heißen Gelände der Ausgrabungen. Beschließen erst zu besichtigen und
uns dann einen Campingplatz am Meer zu suchen, um endlich einmal zu baden. Bewachten
Parkplatz suchen, schattig und bei sengender Hitze die Ruinen der ehemaligen
Handelsstadt griechischer Herkunft, die von den Arabern zerstört wurde,
besichtigt. Unser Rundgang war sehr kurz, zwei große Tempel von Gerüsten
umgeben und viele, viele Steine und Säulen die kreuz und quer rumlagen,
trotzdem sehr interessant. Fürs Museum hatten wir keinen Nerv, das Meer lockte!


Wir suchten und fanden einen Campingplatz direkt am Meer "Marepineta"
in einem Pinienwald, schön schattig. Vorzelt aufgebaut, Tomaten und Mozarella
gegessen (schon wieder) und dann mit Sack und Pack (wichtig: Sonnenschirm vom
Aldi) an den Strand. Herrliche Abkühlung im Meer, faulenzen , baden,
lesen. Abends klappte endlich der Anruf zuhause, alles o.k. und dann ein
kleiner Bummel durchs Touristenzentrum. Abends vor dem Bus bei einigen Gläsern
Rotwein, ganz schön bissig der Paestumer Wein, und Musik vom Alleinunterhalter
- Stromausfall. Nichts ging mehr und wir durften die ganze Nacht dem Lärm des
Dieselaggregates lauschen. Dieses brummte immerzu, weniger schön.
Km-Stand:
91.184
Gebühr:. 40.000 LRA

Gegen
6.00 Uhr ging das Aggregat aus, wir schliefen noch bis gegen 8.00 Uhr, dann
Frühstück. Heute ist der Himmel bedeckt. Aber, warten wir's ab. Später
beim Strandspaziergang fing`s das Regnen an und wir wollen doch schon weiterfahren. Gesagt,
getan, wir fahren an Agropoli vorbei, weiter nach Prignano, Vallo
über Lauritio nach Sarpi (grandiose Landschaft, Berge, Berge),
kurz vor Sarpi auf die Küstenstraße. Weiter immer am Meer entlang (SS
18) über Maretea, bei strömendem Regen weiter bis Belvedere und
dann in Campora di S. Giovanni auf den ersten menschenleeren
Campingplatz unseres Lebens "La Principessa", gleich
hinter einer Tankstelle. Wir bekamen an der Hotelrezeption einen
Schlüssel mit der Nummer 3 und Klaus wußte nicht, wo er sich auf dem menschen-
und autolosen Platz hinstellen sollte. Wir stellten uns erst einmal mitten
drauf und tranken ein Glas Rotwein. Danach kochte Klaus bei strömendem Regen
ein grandioses Mahl. Wir genossen dasselbe und dann hörte es auf zu regnen und
siehe da, es kam eine wahrscheinlich englische Familie und stellte seine Zelte
auf, also, ganz allein waren wir nicht mehr. Morgen geht’s weiter nach Sizilien!
KM-Stand:
91442
Gebühr: 30.000 LRA
Recht
ruhige Nacht verbracht, früh so gegen 1/2 8 Uhr scheint bereits wieder die
Sonne. Erst getankt und dann auf die Autobahn A 3 Richtung Reggio. 24.00
Grad. Am fast immer tiefblauem Meer vorbei. Gegen 11.30 erreichen wir Villa
d.S. Giovanni und die Fähre über die Straße von Messina nach Sizilien.
Das Meer ist ja noch blauer als auf den Reiseprospekten, ich kann es gar
nicht fassen.

Durchs
chaotische Messina (verkehrsmäßig) wieder auf die Autobahn der Küste
entlang bis Taormina. Und den Ätna sehen wir auch schon. Ziemlich
imposant. Herrliche Farbe des Mittelmeeres mit viel Steilküste , das Land hier
ist ziemlich verbrannt, überall riecht es nach verbrannter Erde. Steile Felsen,
Olivenhaine soweit das Auge schauen kann. Taormina liegt wirklich
einzigartig, nicht zu Unrecht das Touristenziel in Sizilien. Überall Schilder "Antiqua",Ausgrabungen,
aber im Moment wollen wir nur ans Meer, sehr heiß, wieder so um die 35 Grad.
Bei Fondachello verlassen wir die Autobahn und peilen einen Campingplatz
an. Gesucht, gefunden, wir landen auf dem "Al Mokambo",
direkter Blick zum Ätna und ca. 100 m zum Strand. Wir essen das übliche
und machen uns mit Schirm - sehr wichtig! - auf an den Strand. Tiefblau
(richtig kitschig) das Meer, diesmal Kieselstrand. Durch viele, viele
Wellen stürzen wir uns in die Fluten, einfach herrlich. Heute Abend zeigt uns
der Patrone ein Video über den Ätna. Der Platz ist einfach aber
sauber unter Zitronenbäumen (wollen wir uns welche mitnehmen, die
schmecken einfach prima, ganz anders wie die Zitronen zuhause).
ca. 35 Grad
tagsüber (Schatten), gegen 20.00 noch etwa 25 Grad.
Km-Stand: 91.656,
Gebühr: 34.000 Lire,

Wir unterhalten uns mit den
Nachbarn und der macht uns auf das Feuer und Spucken des Ätna
aufmerksam. Immer wieder müssen wir mit dem Fernglas nach oben starren. Der
Videofilm sensibilisiert uns noch mehr mit dem Phänomen "Ätna" und
ich muß immer an die Leute denken, die hier leben und der dauernden Gefahr
ausgesetzt sind.
Unsere Tischnachbarn geben
uns Tips, was wir alles in Sizilien anschauen sollen und ziemlich müde
gehen wir dann gegen 24.00 Uhr ins Bett.
Faulenzertag,
ganzen Tag am Strand. Trotz Sonnenschirm habe ich abends einen gewaltigen
Sonnenbrand auf dem Rücken. Klaus kühlt mit Geschirrtüchern. Klaus unterhält
sich mit Leuten aus Berlin und der Ätna spuckt dazu.
Gegen
9.00 Uhr geht es weiter in Richtung Siracusa (Syrakus). Aber erst den Ätna
hinauf bis zur Liftstation. Von da aus geht es nur mit Geländefahrzeugen
weiter, das war uns denn doch zu teuer. Wir klettern auf einen erloschenen
Krater. Schon beeindruckend, diese Mondlandschaft. Wieder den Berg
runter auf der anderen Seite. Vorbei an verschütteten Häusern und Straßen,
Richtung Catania über Augusta (Industriestadt) nach Syrakus.
Dort besichtigen wir bei ca. 40 Grad das griechische Theater, den
griechischen Steinbruch, den Opfelaltar Hierons des II und das Ohr
des Dionysios (Gefangenlager und hier eine Grotte, in denen Gefangene
schmachteten und durch die gute Akustik konnte obiger Tyrann (man kennt ihn aus
: Zu Dionysios dem Tyrannen, schlicht Mörus, den Dolche im Gewande, ihn
schlugen die Häscher in Bande etc. etc.). die armen Menschen belauschen. Diese
Höhle ist künstlich und hat wirklich eine sagenhafte Akustik. Dann ziemlich
geschafft weiter bis Avola auf den Campingplatz "Sabbiadoro".

Für eine Nacht geht es, Sandstrand mit klarem Wasser, ansonsten ganz normal Sizilien. Ziemlich kurvige enge Angelegenheit bis wir auf dem terrassenförmigen Campingplatz waren. Fast keine Touristen, alles italienische Urlauber. Doch eine Deutscher mit einem Riesen-Wohnmobil, wie der wohl auf den Platz gekommen ist, muß wohl noch eine Einfahrt geben!? Abends Spaziergang an den Klippen entlang, wieder herrliches Wasser, klar, man konnte die Steine und die Seeigel zählen! Km-Stand 91,857, Gebühr 32.000 Lire, ca. 40 Grad tagsüber.

Gegen
9.45 fahren wir weiter Richtung Noto. Besuch des 1693 von einem
Erdbeben zerstörten alten Noto, lauter Ruinen.

Dann
Richtung Rosolino, in das Landesinnere über riesige Brücken, vorbei an
total abgebrannten Olivenhainen, kahle Landschaft, nach Ispica zu
den Höhlengräbern "Cave d' Ispica"- Besichtigung der Wohnungen
und Gräber. Dann weiter durch das verbrannte Land, überall raucht es noch und
riecht verbrannt, ziemlich geschundene Erde, nach Ragussa. In die
Altstadt mit unserem Bus auf einem Hügel, ziemlich gewagt, wir kommen gerade
noch durch die engen Gassen mit den schmiedeeisernen Balkonen. Ragussa,
einen bildhübsches, etwas morbide wirkendes, italienisches
Barockstädtchen mit einem entzückenden kleinen Stadtgarten.

Nach kurzem Rundgang durchs
Städtchen und durch den Garten geht’s es wieder weiter der SS15 entlang. Bei Palma
di Montechiara am Meer Richtung Agrigent , italienisch
"Agrigento" .Hier am "Tal der Tempel" vorbei auf einen
Campingplatz direkt am Meer ,vorbei auf der Strandpromenade an tausenden von
italienischen, bzw. sizilianischen Sonntags-Strandbesuchern und Badegästen.
Endlich geschafft, wir fahren auf den "Camping International
Nettuno", San Leone, Agrigent.
Tax: 31.500 Lire, km-Stand: 92.145.

Wir suchen gerade einen
günstigen Platz, da sieht Klaus das Riesen-Wohnmobil vom Vortrag und wie es so
seine diskrete Art ist sagt er:" Wie kommt Ihr denn hier her, Ihr
ward doch gestern noch in Avola.?!? " .Wir wurden auf ein
Bier eingeladen und es wurde ein sehr netter Abend. Zum Essen wurden wir auch
noch eingeladen, es gab Gulasch mit Gnoccis und Salat.
Ein Ehepaar aus Bad
Kreuznach mit ihren zwei Kindern (Mädel, ca. 16 Jahre alt, Junge 18 und
dessen Freund),in unserem Alter d.h. noch ziemlich jung. Mit der Familie
Kapp haben wir uns gleich gut verstanden, auf jeden Fall haben die beiden
was mit Reha im weitesten Sinne zu tun, es wurde also , zum ersten Mal
übrigens, von Arbeit gesprochen. Auf jeden Fall haben wir schön gebabbelt.
Ziemlich erstaunlich noch, daß auch Schweden, Holländer und Schweizer auf dem
Campingplatz waren, mit Wohnwagen versteht sich, also die haben noch mehr
hinter sich als wir!!
Beschlossen,
doch noch einen Tag hier zu bleiben und Tempel und das Archeologische Museum,
das eines der schönsten in Sizilien sein soll und eine normannische Kapelle,
die auf den Resten eines späthellenistischen Tempels gebaut wurde,
beherbergt.
Agrigent entstand 581 v. Christus
und das Tal der Tempel (bei 35 Grad im Schatten besucht) ist imposant und sehr
schön erhalten bzw. restauriert. Zur Komplettierung unseres Eindrucks trägt der
Museumsbesuch bei, der uns einen Eindruck über die Vielfalt des kulturellen
Lebens lang vor unseren sogenannten "modernen Zeiten"
vermittelt.
Wieviel Können und Sorgfalt
, technisches und handwerkliches Geschick haben die damaligen Menschen
(wahrscheinlich mehr oder weniger freiwillig) bewiesen. Außerdem
bestaunten wir eine riesige Zeusstatue und genossen die angenehme Kühle
im Museum. Nach soviel Kultur ließen wir nachmittags unsere Seele am
herrlichen Sandstrand baumeln, Inge wieder sorgfältig unterm Sonnenschirm
verstaut. Abends - na was schon - Spagetti mit Thunfisch und Salat
und Kartenspiel mit den Kapps. Lustige Angelegenheit, es
wurde ziemlich spät. Irgendwie geriet Klaus an den Namen "Baron
Münchhausen" , ich möchte mal wissen, aus welchem Grund?

Abfahrt
gegen 9.00 Uhr bei 25 Grad in Richtung Eraclea Minoa immer am
unglaublich blauem Meer entlang. Hier ist die Küste herrlich grün. Wir - d.h.
die Familie Kapp und wir - beschlossen gemeinsam zu fahren. Auf
dem Hochplateau über den Kreidefelsen besichtigen wir Reste der griechischen
Stadtbefestigung mit einem kleinen Museum und ein weiteres griechisches
Theater. Weiter auf der SS 15 nach Caltabelotta, einem Felsennest hoch
über dem Fluß Verdura. Endlich wieder furchtbares, grünes Land, ein
herrlicher Weitblick. Weiter auf der SS15 nach Selinunte. Hier die größte
Tempelanlage in Sizilien besichtigt. Ich marschierte durch das Tal des Todes
und schrammte gerade noch an einem Hitzschlag vorbei. Nichts wie einen
Campingplatz suchen! Vorschlag von Alice: der "Geser-Club" direkt am
Strand in Marinella. Erster Eindruck " na hallo",
zweiter Eindruck "na ja, also gut". Kein Supermarkt, keine
Zigaretten, später dann doch. Nette Unterhaltung mit zwei Lehrerinnen aus
Deutschland, die staunten, daß Jürgen so weit mit seinem riesigen Wohnmobil in
den Süden gekommen sei. Wie er das wohl geschafft hätte? Klaus war sehr
zufrieden, daß es noch einen VW-Bus gab, der langsamer als der
seine war. So hatte jeder von uns seinen Spaß. Schöner Strand war ja da
und wir genossen geschlossen ein erfrischendes Bad, na ja, alle bis auf einen.........,
ratet mal wer? Morgen wollen wir weiter ins Landesinnere Richtung Norden.
Km-Stand: 92.310 - Tax: 32.000
Lire
Mittwoch, den 22.07.1998
9.45 Uhr, 35
Grad/Schatten
Über Campobello auf
die Autobahn Richtung Norden bis nach Segesta.
Hier wieder bei brütender
Hitze (nur die doofen Touristen sind unterwegs, die Sizilianer machen alle
Siesta) Überreste eines griechischen Theaters auf einem Hügel angeschaut,
schnauf , schnauf , und dann gegenüber der berühmte dorische Tempel (der
auf sämtlichen Eintrittskarten) sehr gut erhalten! Sehr
anstrengend, aber die herrliche Aussicht über ein fruchtbares Tal
entschädigt für die Mühe. Weiter Richtung Palermo. Hier zieht es vor
allen Dingen die Jugend in die Katakomben der Cappuccini
(Kapuzinermönche). Dort kann man mehr als 8000 mumifizierte Leichen
der Oberschicht Palermos vom 17. bis zum 19.Jahrhundert begaffen, was wir dann
auch tun. Vorher war aber erst der mehr als sizilianische Verkehr Palermos
zu bezwingen und mit dem Riesenschiff der Kapps einen Parkplatz
zu finden. Wir fuhren nach Stadtplan in die Nähe unserer Katakomben und
plötzlich winkten uns alle Leute auf der Straße zu. Wir dachten erst, sehr
freundlich! Stellten aber dann schnell fest, daß wir in eine dreispurige
Einbahnstraße falsch einfuhren. Also gut, hielten wir erst einmal an. En Typ
kam angelaufen, richtig mafiamäßig sah der aus, und bedeutete uns, wir können
so stehen bleiben, also eine Fahrbahn blockierend, und parken . Er bekam 10.000
Lire und die Aufgabe, auf unsere rollenden Gefährten mit Inhalt - bei Kapps
war der Hund ja noch im kühlen Inneren - aufzupassen. Nun ja, dieser Aufgabe
kam er wohl in ausreichendem Maß nach, denn bei unserer Rückkehr nach ca. 2
Stunden war alles o.k. Also, kühl war es ja schon in den Katakomben, aber
auch ganz schön makaber. Weiter gings über Bagheria, Termini nach Cefalu
, ein bekannter Touristenort mit imposanter normannischer Kathedrale.
.Wunderschöne Bucht mit steinigem Strand, Einkaufen im Supermarkt, Obst, Wein
etc.. Dann auf den Campingplatz "San Filippo".
Km-Stand: 92.532, - Tax: 30.000 Lire.
Heute
schwül, ein paar Wolken. Aber heiß, tropf, tropf! Gegen 11.00 Uhr umrunden wir
zweimal Cefalu (wo ist nur die Autobahn?) und fahren die
Küstenhöhenstraße Richtung Messina. An der Keramikhochburg Santo
Stefano di Camastra vorbei mit sehr malerischen und kunstvollen
Keramiken (Töpfe, Teller etc.) vor jeder Haustüre. Vorbei an Sant Agata di
Militello (Castello Gallejo, 1630 erbaut), dem Tor zu den Nebroden-Bergen
(hier versteckt angeblich die Mafia ihre Entführungsopfer). Wir
genießen den Ausblick auf das herrlich blaue thyrrenische Meer.
Hinauf geht’s nach Tindaris mit dem Dom Santuario della
Madonna Nera, der schwarzen Madonna - ein Heiligtum . Wir blicken
ins Tal über die weißen Lagunen am Fuß der Nabrodenausläufer, unser
nächstes Ziel. . Leider haben wir für Nicosia und Castelbuono,
die sicher auch sehenswert sind, keine Zeit , alles können wir uns auch
nicht ansehen.Gegen 15.00 Uhr sind wir am Campingplatz von Marinello.
Weiträumiger Platz mit - leider Hundeverbot - , schlecht für die Kapp`s, Jürgen,
Alice, Melanie, Patrick samt Hausfreund Stefan. Aber - fragen kostet
nichts! Platz gesucht, gefunden und dann relaxed. Keine Action mehr.
KM-Stand:
92.721, zwischen 30 bis 40 Grad.
Morgen wollen wir mal
schön ausruhen und dann Samstags auf die Fähre ins "richtige Italien"
wie Patrick sagt.
Wir sind nämlich "auf
Sizilien in Italien". Abends Bummel durch die nahe Altstadt .
Schön
ausgeschlafen, d.h. weniger gut eingeschlafen wegen der vielen Stechmücken.
Nach ausgedehntem Frühstück an den Strand. Der schönste bisher, das Wasser ist
einfach herrlich, es streichelt richtig den Körper Die Männer
schnorcheln und wir , d.h. die weiblichen Mitglieder unserer Truppe,
sammeln schöne Steine. Das habe ich ja ganz vergessen zu erzählen, von überall
her haben wir schon die tollsten Steine, vom Lavastein bis zu antiken
Terrakottascherben , gesammelt, damit wir uns ja auch immer an unsere schönsten
Momente erinnern.
Klaus und Jürgen holen
Schwertfisch frisch vom Fischmarkt . Abends versammeln wir uns in großer Runde
zum Gourmet-Abendessen:
Nudelsalat, Tomatensalat,
gegrillter Schwertfisch und Kartoffelsalat - hmmm - einfach Spitze! Noch
ein bißchen "gebabbelt" ,ein wenig Wein getrunken und dann gegen 1.00
Uhr ins Bett. Nach Kampf mit den Stechern (ein Moorgelände ist in unmittelbarer
Nähe des Campingplatzes ) doch noch eingeschlafen. Stefan hat noch mit seiner
Mutter telefoniert und wir haben erfahren, daß der Ätna ausgebrochen ist.
Deshalb also die schwarze Wolke über dem Gebirge. Wir sind in Sizilien und
erfahren diesen Ausbruch aus der Zeitung in Deutschland ,die Welt ist doch
verrückt!
Tax: 2x 77.500
Lire
Gegen
10.00 Uhr Aufbruch in Richtung Messina, diesmal ohne Verfahren, d.h. wir
mußten mit dem Eura-Wohnmobil (8m lang) entgegengesetzt durch die Einbahnstraße
fahren, sonst wären wir niemals aus Marinello rausgekommen! Gegen
11.30 waren wir auf der Fähre uns sagten Sizilien ade!
Wir wollen die große Tour
Richtung Castiglione della Pescaia wagen (unser altbewährtes Ziel
zwischen Grossetto und Piomina). Vorbei an Neapel, Rom schaffen wir das und
stehen gegen 23.30 Uhr vor dem Campingplatz "La Rochette".
Rein können wir zwar nicht mehr - in den Campingplatz - aber der Padrone
verweist uns auf den naheliegenden Parkplatz, trinken ein Bier und schlafen
wunderbar den Schlaf der Gerechten, ohne Stechmücken! Etwas komisch kommt
mir zwar der Eingang des Campingplatzes schon vor, na, ja, denk ich mir,
in zwei Jahren hat sich ja doch manches getan.
Früh
gehen Klaus und Jürgen duschen, den Platz checken und Brötchen holen. Ich gehe
einen langen Weg durch den Wald?!? an den Strand, ebenfalls ein leises Wundern,
alles ist so anders als vor zwei Jahren!
Ich gehe vor bis zum Felsen
ans Restaurant, ebenfalls ein langer Weg und dann in den Campingplatz "Baja
della Rochette", dusche mir die Füße und will wieder auf den
Parkplatz, langsam regt sich der Magen. Ich finde ihn nicht, Verweiflung! Geh
den gleichen langen Weg wieder zurück und endlich finde ich unseren Roten. Ich
war ca. 11/2 Stunden unterwegs und verkündete mit Tränen in den
Augen, daß wir auf dem falschen Campingplatz seien, was natürlich die Herren
schon gemerkt haben und über mich ergießt sich die volle Häme. Na
ja, ich trag`s mit Fassung und Würde. Klaus holt den Paß, weil wir ja doch auf
den andere Platz wollen. Für die Übernachtung auf dem Parkplatz verlangt der
Padrone 33.000 Lire, ganz schön happig, ja,ja, wer den Schaden
hat............
Wir fahren los, diesmal auf
den richtigen Platz ,suchen ein schönes Eckchen für uns und bauen Planen
auf. Sitzt, paßt, wackelt und hat Luft. Puh, geschafft. Wieder faulenzen und
schwitzen und dann ab 16.00 Uhr an den Strand. Auch den Kapp's
gefällt es hier am ligurischen Meer sehr gut . Herrliches Wasser,
schwimmen, blödeln etc.

Faulenzen,
schwimmen, Ausflug nach Castiglione della Pescaja, einkaufen,
grillen, blödeln mit den Kapp' s - so richtig Urlaub ist
angesagt - no Kultur! Am
letzten Tag nochmal ein High-Light! Früh ziermlich bald kommt ein uralter Fiat-Bus,
Florenzer Kennzeichen mit Leitern drauf. Es dauert schon ziemlich lange,
Palaver, Palaver, bis der richtige Platz gefunden ist. Ein interessantes
Paar, er ziemlich rund und so ca. 60 Jahre mit Glatze, sie mit Schlägerkappe
und kurzer Hose und zwei Hunde, ein unwahrscheinlich dicker Jack-Russel und
eine Promenadenmischung entsteigen dem Gefährt. Wir haben ja nichts weiter zu
tun und gruppieren uns also so um unseren Frühstückstisch, damit wir auch alle
die Geschehnisse nebenan mitbekommen. Gemächlich mit viel Trara leeren die
beiden den Bus, bauen eine komplette Küchenzeile auf dem Platz auf, sehr sehr
langsam, immer unterbrochen von kleinen Pausen.Gegen Nachmittag, wir waren
inzwischen wieder vom Strand zurück, werden bzw. war beabsichtigt Streben oder
ein Gerüst für irgendwas zu stellen. Es dauert und dauert. Wir, und nicht
nur wir, sind sehr interessiert an den Geschehnissen. Diese Ecke des
Campingplatzes genießt jetzt viel Aufmerksamkeit der Urlauber. Jetzt helfen
zwei Italiener dem Paar und Jürgen und Klaus erbarmen sich ebenfalls und helfen
mit. Klaus kann sich kaum vor Lachen aufrecht halten Wie die beiden uns
später erzählten war die ganze Konstruktion sorgfältig, wahrscheinlich über
Jahre geplant und sogar die Schrauben von Hand gefertigt. Endlich geschafft
- eine Plane drüber und dann der Kommentar des Konstrukteurs "multe
Grande" Der eine italienische Helfer murmelte was von "Constructione
Leonhardo da Vinci“. Das Ganze wurde von Patrick mit der Videokamera
festgehalten und wir konnten alle nicht mehr vor Lachen. Also so was erlebt man
sicher nicht im Hotel, es war einfach köstlich!
Bezahlt
184.000 Lire, verabschiedet von den Kapp`s mit dem Versprechen, uns
irgendwann, irgendwo wieder mal zu sehen (bin mal gespannt) und auf
geht’s in Richtung Heimat. Florenz, Bologna, Modena, Verona, vorbei am Gardasee.
Runter von der Autobahn bei Brixen, Einkaufen (Mitbringsel für die Nachbarn und
uns) und dann auf den Campingplatz am Vahrner See. Angenehm kühl bei ca.
25 Grad. Trotz Autobahn und Eisenbahnnähe gut geschlafen. DM 28,00 haben wir
für den Platz gelöhnt. Geduscht, Gegessen, Wein getrunken, kleiner Spaziergang
um den kleinen dunklen See, schöner Abschluß.

Gegen
9.00 Uhr los auf die Brenner Bundesstraße durch Innsbruck,
diesmal über den Fernpass Richtung Heimat. Ankunft gegen 17.00 Uhr
In Schweinfurt bei
Sonnenschein, ca. 25 Grad. Km-Stand: 94.945
Urlaubskosten:
Fahrtkosten -
Diesel 5.503 km
485,29 Liter DM 710,00
Autobahngebühren
DM 120,00
Fähre
Messina
DM 67,00
Campingplatzgebühren
DM 741,50
Besichtigungskosten
DM 75,60
Ätna-Video
DM 38,00
Verpflegung, Lebensmittel,
Sonstiges
DM 948,90
Insgesamt:
DM 2.700,00 DM
Grüsse von Inge, Klaus, Jürgen, Alice, Partic,
Melanie und Stefan
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Mit dem Urteil vom 12. Mai
1998-312 O 85/98-"Haftung für Links" hat das Landgericht Hamburg
entschieden, dass man durch die Erstellung eines Links, die Inhalte der
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