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Sommerurlaub   02.07 - 26.07.1999

 

 

Freitag, 02.07.1999 

Aufbruch am Mittag der Schmidt`s nach Hergenfeld. Gleich Samstag früh - spätestens um 9.00Uhr laut Jürgen soll`s losgehen Richtung Frankreich. Klaus meint, unser Roter denkt "jetzt geht’s endlich los Richtung Süden.

Nun ja, wir sagen`s ihm erst Samstagmorgen, daß er heuer daheim bleiben muß. Gewohnt lebhaftes Treiben  bei Familie Kapp. Melanie und Patrick machen uns Kaffee, Alice und Jürgen sind noch am Proviant einkaufen.

Unser roter Blitz wird leer geräumt - ich glaube, er ahnt schon was! - . Fahrräder mit oder nicht!?!  Schließlich und endlich werden die beiden Mountainbikes doch in der großen Garage des Eura verstaut und alles andere für die große Fahrt.

 

Samstag, den 03.07.1999,

startbereit 9.45 Uhr, 25 Grad, herrliches Wetter                                              KM-Stand: 36.340. 

Letzte Aufregung der Familie Kapp, Disput auf der Terrasse mit Mutter Memmelsheimer über dies und das und überhaupt. Abfahrt schließlich gegen 10.30 Uhr. Jürgen und Alice beschlossen nach Abbau des Adrenallinschubs die Sache zu vergessen und stellen sich mental auf Urlaub ein. Ein paar Gedanken noch, sind die Kinder richtig versorgt, läuft alles, wenn wir nicht zuhause sind und, und und. Ganz läßt sich der Streß der letzten Wochen nicht von Anfang an aus unseren Köpfen vertreiben. Aber, es kann ja nur noch besser werden! 

Fahrt ohne größere Probleme auf fast vorprogrammierter Route. Nach ca. 200 km festgestellt, daß wir unseren  Winzerkatalog nebst Beschreibung  vergessen haben. Deswegen im Durchgangs - Campingplatz "Le Huillard" in Villemandeur, an der N 145 bei Montergis, ca. 60 km vor Orleans das erste Mal übernachtet. Zwar an der Straße, aber sonst sehr idyllisch, an einem kleinen Flüßchen gelegen.

Campingplatzgebühr : 53 France.Sehr günstig                                                                    Ankunft: 19.15 Uhr, KM-Stand: 36.906 

 

 

Sonntag, den 04.07.1999

 ca. 20 Grad, bedeckter Himmel, Abfahrt: 8.45 Uhr

Aufstehen 7.00 Uhr, opulent gefrühstückt. Weiterfahrt Richtung Orleans, der Loire - Route entlang. An Blois vorbei Richtung Tours, ein Chateau nach dem anderen , auf der N 152 über Bordeaux nach Pyla sur Mer, zur Düne von Pilar " der grande Dune". Campingplatz Panorama. Drei- *** -Campingplatz (Schwimmbäder, Sauna etc.). Schöner Blick auf den Atlantik, wenn es nicht nieseln würde. Abendessen: Steaks mit Salat und Bratkartoffeln!

Ankunft: 17.00 Uhr, KM-Stand: 37.500                                                                                     Leichter Nieselregen, ca. 22 Grad 

 

 

Montag, dem 05.07.1999

 Wechselhaftes Wetter, mal Sonne, mal Regen, ca. bis 22. Grad. Unsere Nachbarn, ein Ehepaar mit 3 Söhnen aus Norddeutschland, Vater beim Finanzamt , hat der Junior gleich verraten,  und die wortgewaltige  Mutter zu Höherem berufen. Wie kann man nur beim Aldi einkaufen! Die Jungen sind aber erfrischend natürlich und wir amüsieren uns prächtig.. Vormittags, wettermäßig  gut getimt, besteigen wir die ca. 111 m hohe und sehr lange Düne (wie lange weiß ich nicht), im wahrsten Sinne des Wortes einfach atemberaubend. Erst einmal nimmt einem der lange Treppenaufstieg auf die Düne und später dann die Aussicht den Atem. Ca.3 Stunden stapfen wir durch den Sand , wirklich sehenswert. Am Nachmittag gibt es dann Regen , abends Bratwürste und Kartoffelsalat und wir beschlossen, doch schon morgen weiterzufahren, damit wir endlich mal Wärme abbekommen. Regen in Frankreich am Atlantik, muß nicht sein!

 

                                                                             Campingplatzgebühr für2 Nächte: 447 France  

    

 

Dienstag, den 06.07.1999

 ca. 11 Uhr, 22 Grad, bewölkt 

Weiterfahrt Richtung Spanien, Nationalpark "Picos de Europe", unterhalb von Santander. Fahrt durch wunderschöne Täler mit bis zu 2.800 m hohen Bergen, leider ziemlich bewölkt,

      

Sehr enge Straßen, Klaus bringt uns aber sicher zum "Camping de Molina" . Der liegt im Tal "Vega de Liebana" in der Provinz Liebana, größte Stadt der Provinz :Potes. Schöner, einfacher Campingplatz , war wohl mal eine Mühle mit  uriger Kneipe (umgebaute Stallungen), erstaunlich gute Sanitäranlagen, großen Obstbäumen (lecker, die Kirschen) . Abends kocht Klaus Spagetti, ziemlich frisch draußen: ca. 11 Grad.   Nichts wie schnell in die Coje und morgen wollen wir doch nicht wandern, sondern endlich Sonne, Wärme, Meer!  

                                                                                              Campingplatzgebühr: DM 26,00 

Mittwoch, den 07.07.1999

9.30 Uhr, ca. 11 Grad. 

Abfahrt Richtung Portugal, Sonnenschein, blauer Himmel, aber mit 11 Grad doch sehr frisch ,

durch die herrliche Landschaft  des Picos de Europe mit grandiosen Aus- und Weitblicken, Grün und Felsen, soweit das Auge reicht. Auf der N 621 über Leon - Astorga - Montefort des Lamos - Orense Richtung Meer und Portugal. Da - auf einem Turm ein Storchennest, aussteigen, fotografieren, toll, toll. Dann viele ,viele Storchennester, auf jedem Kirchturm, einmal sogar auf jedem Strommast. Schon sind wir in Portugal.

Ankunft in "Viana do Castelo" ,Camping Obitur,ca. 19.00 Uhr,

  Km-Stand: 38.596, ca. 34 Grad! 

Endlich haben wir sie, die Hitze - und schon war es uns wieder zu heiß! Abends Spaziergang nach Caminha, immer an der Kaimauer entlang. Jetzt war die Bucht überflutet, "wie am Gardasee" sagt Klaus. Immer der Hauptstraße entlang in die Innenstadt. Am Campo Geld geholt. Schöner runder Platz mit Straßencafe`s. Wir trinken Expresso und dann wieder zurück zum Eura, ein Gläschen Rotwein und ziemlich geschafft ins Bett.  

                                                                                             Campingplatzgebühr:  DM 39,00 

 

Donnerstag, den 08.07.1999

früh schon 25 Grad, leicht bedeckt. 

Start zur ersten Besichtigungstour in Portugals Norden. Zuerst nach Barcelos zum  Wochenmarkt. Dieser Bauernmarkt gilt als der größte in Europa. Hier werden auf dem Campo da Republica, dem Marktplatz, wie in einem orientalischen Basar Töpfe und Körbe, Leintücher und Strohhüte (ich habe auch gleich einen gekauft) Gemüse, Obst, Möbel, Früchte, zusammengebundene Hühner in bunter Vielfalt  und vieles mehr angeboten. Hier kann man auch den "bunten Hahn von Barcelos" erwerben, das nationale Symbol Barcelos. Der Sage nach soll im 14. Jahrhundert ein junger Mann wegen eines Verbrechens gehängt werden, das er nicht begangen hat. In seiner Not wendet er sich an die Jungfrau Maria und rief seinen gerade speisenden Richtern zu: "Dieses gebratene Huhn wird zu krähen anfangen, wenn ich die Wahrheit sage." Genauso geschah es und aus Dankbarkeit ließ der junge Mann an dem Platz, wo in Barcelos der Galgen stand, eine steinerne Statue für seinen gefiederten Retter errichten.  Wir kaufen sehr preiswert frisches Obst, Salat, Gemüse und Brot ein und fahren weiter nach  Braga zur Wallfahrtskirche "Bom Jesus do Monte", die unseren ADAC-Reiseführer als Deckblatt ziert. Braga, das auch das portugiesische Rom genannt wird, Stadt der Erzbischöfe ,ist zusammen mit Porto der Ort der meisten Barockbauten in Portugal. Wir beschränken uns mit der Durchfahrt, unser Ziel ist die  Kirche "Bom Jesus do Monte", ca. 3,5 km nördlich von Braga mit einer gigantischen, doppelläufigen Treppenanlage. Wir besteigen die fast 600 Stufen, bestaunen  die 14 Stationskapellen, zahlreichen Brunnen und Statuen (errichtet wurde das Ganze 1725). Oben angekommen werden wir mit einem herrlichen Weitblick  belohnt. Wir sehen, daß eine durch Wasser betriebe Schmalspurbahn den Klosterberg erklimmt. Ausgerechnet jetzt ist es ca. 35 Grad, wir sind mächtig am Schwitzen, aber, der Tourist muß leiden! Weiter geht es in Richtung Porto, vorbei an Festung, Bahnhof , Brücke und Portweinlager, leider finden wir keinen Parkplatz. Klaus schießt ein paar Bilder vom Auto aus und wir landen schließlich in Ovar, auf einem Clubcampingplatz, gleich am Strand (In Portugal eine Seltenheit) . Nach kurzer Erholung und Trinken wagen wir es an den Strand. Wir schwitzen, ca. 35 Grad im Schatten. Das Wasser ist ziemlich kalt aber ein herrlicher, weißer Sandstrand. Einmal kurz untergetaucht und dann relaxed. Richtig schöner Fleck, Bilderbuchwetter. Abends gibt es bunten Salat und herrliches Weißbrot. Spaziergang auf der kurzen Promenade mit kostenlosem Abendrot und 2 Expresso (nicht kostenlos).

                                                                            Ankunft: 18.30, 36 Grad , KM-Stand: 38.793

                                                                                           Campingplatzgebühr: ca. DM 32,00

    

    

 

Freitag, den 09.07.1999

 Start 10.00 Uhr, 32 Grad, Sonne - Sonne - Sonne 

Weiter Richtung Coimbra, der Perle des Mondego. Ca. 100000 Einwohner , 106 m hoch an einem Hang über dem Rio Mondego, dem Fluß der Dichter, gelegen. Den Fluß nennt man auch den Grenzfluß zwischen Abend- und Morgenland, zwischen Kreuz und Halbmond. Inzwischen ist es schon wieder 40 Grad heiß und wir verzichten auf die Besichtigung des verfallenen Klosters, schauen uns die Miniaturbauten an (etwas enttäuschend) in echt sind die Sachen einfach besser.  Weiter geht es nach Tomar, ins Landesinnere. Hier Besichtigung der monumentalen Christusritterburg "Convento da Orden de Christo" .zuerst Templerburg, dann Christusritterburg und zuletzt Christusritterkloster. Tomar liegt inmitten einer fruchtbaren Landschaft, genannte Planicies, und wird der Brotkorb Portugals genannt. Endlich kühl im imposanten Inneren, viele Kreuzgänge.

 

Weiter geht es nach Fatima, der größten Wallfahrtsstätte Portugals. 1917 wurde der Ort mit einem Schlag weltberühmt. Am 13. Mai soll drei Hirtenkindern die ganz in Weiß gekleidete Virgem do Rosario (Mutter-Gottes vom Rosenkranz) erschienen sein. Diese Erscheinung wiederholte sich in den folgenden 5 Monaten, jeweils am 13. Bei der letzten Erscheinung wurden ca. 70.000 Menschen Zeugen des "Milagre do Sol", bei dem eine glutrote Sonne um die eigene Achse rotiert sein soll. Der Vatikan untersuchte die Vorfälle 8 Jahre lang und erkannte die Madonnenverehrung schließlich 1928 an. . Ein riesiger Platz mit marmoriertem  Weg (eine rutschende Pilgerin haben wir gesehen) , eine große Wallfahrtskirche, Verkaufsstände mit Kerzen und angeblich der Olivenbaum ziehen die Pilgermassen an.

 

Heute waren es nicht so viele, aber dafür wieder sehr schön heiß (ca. 35 Grad)  und wir fuhren weiter auf kurvenreicher Strecke nach Batalha. Ziel hier ist eines der größten mittelalterlichen Klosteranlagen Portugals. Dieses  Kloster ist gebauter Nationalstolz und  feiert die Schlacht von Aljubarrota, in der die Anhänger Joaos I  die zahlenmäßig überlegenen spanischen Truppen besiegten. Diese Klosteranlage besteht aus einer Reihe von Bauwerken, eine gigantische Kirche, zwei königliche Grabgelege, zwei Klosterhöfe, Kreuzgänge , Nebengebäude etc. Leider ist keine Besichtigung möglich und so können wir  nur von außen das Bauwerk bestaunen. Imposant auch das sechsbögige Hauptportal. Übrigens liegt hier auch "Heinrich der Seefahrer" begraben, in bester Gesellschaft mit etlichen Königen und Königinnen. Irgendwie hat dann aber das Geld doch nicht mehr gereicht, zwei Türme fehlen!. Weiter geht es auf kurvenreicher Strecke zu unserem heutigen Ziel, dem Fischerstädtchen Nazarene. Zuerst mit unserem Schiff (dem Eura) auf den Monte Sitio, einem weißen Fischerdorf auf der Klippe mit grandiosem Blick auf die Bucht. Auf dem Marktplatz verschiedene Stände u. anderem mit Nüsseverkäuferinnen in Landestracht.

Leider jetzt bedeckter Himmel, Abkühlung auf 23 Grad. Der Campingplatz "Val Paraiso" etwas merkwürdig, aber was soll`s, warme Dusche, Gulasch mit Nudeln und Salat mit Salada, was braucht man mehr zum Glücklichsein!  

                                                                                   Ankunft: ca. 20.00 Uhr, bedeckt.Himmel                   Km-Stand: 39.071

    

     

 

Samstag, den 10.07.1999

ca. 20 Grad, 10.30 Uhr Abfahrt, bedeckter Himmel 

Erst an den Strand, trotz bedecktem Himmel viel los. Schöne Bucht mit Blick auf Nazarene. Heute haben wir keine so große Tour geplant.

    

Es stehen nur Obidos und Peniche an, wir sind ja schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht! Obidos ist ein herrliches, mittelalterliches Städtchen mit großer Vergangenheit und wurde zum portugiesischem  Nationalmonument erklärt. 79m hoch auf einer felsigen Anhöhe oberhalb des Rio Vargem. Das Städtchen ist  von einer intakten 13m hohen zinnenbewehrter Ringmauer umschlossen, auf der wir den ganzen Ort umrundet haben. Darüber befindet sich  die Festung, auf deren Mauer wir auch entlang gelaufen sind. Tolle, überraschende Perspektiven, rote Dachlandschaften, blendend weißte Häuser, maritim blau abgesetzte Umrandungen an Türen und Fenstern. Überall wuchernder Orleander, Bougainvilleen  und rankendes Grün vermischen sich zu einem malerischen Bild (alles unter Denkmalschutz). Die Besichtigungstour dauerte ca. 2 Stunden, anschließend einen Cafe´ o´ le . Geht’s uns doch gut!

    

    

Weiter dann nach Peniche, einem Ort direkt am Atlantik auf einer Halbinsel mit einem vorgelagertem Naturschutzgebiet. Unterwegs Abstecher zum Cabo Carvoeiro  mit seinem 25 m hohem Leuchtturm. Einen Blick zur Inselgruppe der Berlenger-Inseln. Die bizarr geformten Felsklippen Non dos Corvas (Rabenschiff), Pontoe de Papoa und Verandas sind schon sehenswert. Wie aufeinander geschachtelte Salamischeiben mit z.T. 50 bis 100 m tiefen Einschnitten, Säulen usw. Etwas schwüles Wetter, wir sind ziemlich groggy.

      

 Wieder  kein Campingplatz am Wasser, also sind wir auf dem Municipal des Peniche  gelandet ca. 3 km vom Ort. Alice kocht uns ein Süppchen für den Kreislauf. Heute abend wollen wir in den für seinen Fisch berühmten Ort Peniche und richtig schön Fisch essen. Gesagt, getan,  in den Ort gelaufen , überall viel los, auf den Straßen konnte man sich die Fische auf den Grill schon begutachten.  Wir haben gewählt , die beiden Männer hatten etwas Streß mit ihrem Fischspieß (für Jürgen war zuviel Tintenfisch dabei) , guten Wein getrunken und sind dann schön zufrieden wieder zu unserem Campingplatz gelaufen. 

                                                                                                   Ankunft 16.30Uhr,     Km-Stand: 39.151, 26 Grad

     

                                                                                                                                                          Abendland & Morgenland 

Sonntag,den 11.07.1999

Abfahrt, ca. 10.30 Uhr, ca. 23 Grad, bedeckter Himmel 

Fahrt auf weiterhin kurvenreicher Strecke nach Sintra. Die Sierra de Sintra, eine halbe Autostunde nordwestlich von Lissabon, ist eine Landschaft mit verwunschenen Gärten, überwucherten Parks, Klöstern und prächtigen Schlössern, innerhalb eines dicht begrünten Felsengebirges mit reicher Vegetation, mit erfrischendem Höhenklima, immer den Atlantik in Sichtweite. Ankunft in Sintra, herrliches Städtchen mit "lauter armen Leuten-Palästen" , herrlich anzuschauen,  enge Gässchen, vorbei am Paco Real (Palacio Nanational de Sintra) mit zwei riesigen konischen Schornsteinen (den schauen wir uns später an). Parkplatz gefunden. Auf geht’s zum "Palacio da Pena", dem portugiesischen Neuschwanstein. Laut Führer "in seiner Scheußlichkeit schon wieder faszinierend." Wir laufen und laufen, bergauf und immer weiter bergauf, immer im Blick die Maurenburg (Ruine), Castelo dos Mouros. Das letzte Stück mit dem Bus bis ganz hinauf.  Uns geht’s ja noch gold, denn an diesem Sonntag fand ein Marathon oder so was ähnliches auf diesem Berg statt, die armen Sportler mußten rennen. Nun ja, oben angelangt machen wir einen Rundgang (kein Eintritt am Sonntag!) durch das Schloß. Mit den Wohnräumen etlicher Könige und -innen. Sehr interessant, aber von außen, totaler Stil-Mix, gotische Türme, manuelinische Fenster, byzantinische Decken und maurische Azulejos, bayerische Erker und romanische Kuppeln. Wir finden Minarette der Araber  und Kuppeln im Renaissance-Stil. Disney-World aus dem letzten Jahrhundert! Baumeister dieses Gesamtkunstwerkes war ein Deutscher, nämlich der Baron von Eschwege, der zwischen 1840 und 1850 das Bauwerk ausführte.

    

    

Von diesem Kulturschock erholten wir uns mit einem  Kaffee und machten uns dann wieder auf  den Weg zurück nach Sintra. Diesmal eine andere Strecke, wieder vorbei an herrlichen Parks, Palästen  bis zum "Palacio da Pena". Besichtigung des wunderschönen Stadtschlosses in Cintra Antiga, der Altstadt Sintras. Durch die verschiedenen Wohnräume des König Dimiz I., König Dom Joao I und Dom Manuel I. Wir bestaunten die Prinzengemächer und die riesige Küche mit den beiden konischen Kaminen. Wir kamen durch den Waffensaal, den  Saal der Araber und den  Saal der Elstern mit wunderschönen Möbeln und interessanten Gebrauchsgegenständen .

    

 Richtig geschafft steigen wir wieder in den Eura und Klaus sagt:" Jürgen, fahr weiter so, die Strecke ist o.k.." Was nur bedingt stimmte, die Richtung stimmte zwar, aber die Straße wurde enger und enger, Kurve an Kurve. Sämtliche uns entgegenkommenden Pkws, natürlich deren Insassen,  bekamen den Schreck ihres Lebens als wir plötzlich vor ihnen auftauchten. Zwei demolierten sogar Ihre Autos. Gott sei Dank, uns passiert nichts. Und dann Cabo de Roca, das Westkap (westlichste Spitze Europas).

    

Kurze Besichtigung, weiter entlang der Costa Lisboa, vorbei an den Seebädern mit kilometerlangen Sandstränden nördlich von Lissabon. Richtig viel los an den Stränden, trotz bedecktem Himmel.

    

 Wir fahren auf der Stadtautobahn von Lissabon  über die"Golden Gate von Europa", der Brücke des 25. April, 2.227 m lang zum Campingplatz Orbitur in Costa de Carbricia. Ein richtiger Stadtcampingplatz, viele Dauercamper an der Straße. Wir bekommen gerade noch einen Platz, wieder große Aktion, bis der Eura richtig steht! Sanitäranlagen sind , na ja, so lala! Abends dann ein Festessen: Schweinebraten, Klöße und Salat. Ziemlich bald Bettruhe angesagt.                                                                                                      Ankunft: ca, 19.00 Uhr,

 Km-Stand 39.317 

Montag, den 12.07.1999

bedeckter Himmel, ca. 23 Grad, manchmal spitzt die Sonne 

Heute große Besichtigungstour nach Lissabon. Wir fahren mit dem Bus ,etwas umständlich, zum Tejo und dann mit der Fähre direkt unterhalb von Baixa Alto , dem Altstadtviertel Lissabons. Wir laufen zum "Elevator de Santo Justa" dem Aufzug zwischen Baixa und dem Chiado (Ober- und Unterstadt) . Hoch geht es mit dem sechstöckigen Aufzug (filigran im neugotisch-maurischen Stil, erbaut 1902). Oben angekommen; herrliche Rundumsicht . Erklärung von Alice beim Expresso  über die Sehenswürdigkeiten ringsherum: Ruine der Igreja do Carmo (beim Erdbeben 1755 zerstört.) Blick zum Mourario-Viertel, bekrönt durch eine Maurenburg. Weiter schweift unser Blick zu den Stadtvierteln Bairro Alto, Baixa die Unterstadt, mit rechtwinkligen Straßenraster . Gott sei Dank ist es nicht zu heiß und wir durchstreifen die Altstadtgässchen bis wir zum Herz von Lissabon kommen, dem "Rossio". Hier geht die Post ab, auf dem großen Platz. Hier sieht man viele Schwarze (Erben der Kolonialzeit) die hier ihre verschiedenen Geschäfte abwickeln und einen Bahnhof, der von außen aussieht wie ein Palast.  Lt. Führer war Portugal mit seiner Hauptstadt Lissabon im Zeitalter der Entdeckungen unermeßlich reich. Von der Pracht und der Herrlichkeit jener Jahre blieb jedoch wenig erhalten: 1755 legte das große Erdbeben die Stadt am Tejo  in Trümmer und tötete etwa 40.000 Menschen. Lissabon wurde nach modernen Gesichtspunkten wieder aufgebaut, erholte sich aber nur langsam von der Katastrophe.

   

 Wir sehen auch die berühmten Straßenbahnen von Lissabon, die die steilen Sträßchen scheinbar mühelos durchqueren. Mit einer solchen fahren wir ins südwestlich gelegene Stadtviertel Belem (Kurzform für Bethlehem) . Hier nahmen die großen Seefahrten ihren Anfang. Im Hafen steht das Denkmal der Entdeckungen, an der Spitze natürlich "Heinrich de Seefahrer" und nicht zu vergessen, an der Hafeneinfahrt Lissabons berühmtestes Wahrzeichen: der Torre de Belem. Dieses Bollwerk sollte ursprünglich die Einfahrt des Tejo schützen. Vor uns taucht das "Mosteiro des Jeronimos de Belem", das berühmte Hieronymitenkloster auf, das in Sachen Manuelinik alles in den Schatten stellt. Nach der Legende soll Vasco da Gama in der letzten Nacht vor seiner Abfahrt nach Ostindien (Juli 1497) dort gebetet haben, wo dann Dom Manuel nach erfolgten Rückkehr des Seefahrers (1499) das gewaltige Bauwerk errichten ließ. Im April 1500 legte der König selbst den ersten Stein zu dieser halb maurisch-byzantinisch, halb normannisch-gotischen Klosteranlage. Wir konnten leider auch hier nicht das Innere besichtigen, da ja bekanntlich am Montag keine Besichtigungen irgendwelcher Art, ob Kirche oder Museum, möglich sind.

    

 

Na, ja, trotzdem , einen kleinen Überblick über Lissabon haben wir uns beschafft und fahren mit der Fähre und dem richtigen Bus wieder zur Costa de Carbricia, auf unserem Campingplatz. Um 18.00 Uhr waren wir wieder zuhause und genießen die Reste des Abendessens von gestern und Krautsalat. Klaus kauft 2 große Bier und einen 5-Liter-Rotwein. Da auf  den Ballon 4 DM Pfand sind ,füllt er den Tinto mühsam in Literflaschen um, was sich dann später als unnötig herausstellt. Wir unterhalten uns mit unseren Nachbarn, einem russischen Tänzer aus Kassel, der mit Frau und  3jährigem Kind über Spanien (Madrid) nach Portugal bis Lissabon mit Zelt und Passat unterwegs ist und denen Portugal überhaupt nicht gefällt. Kommentar der Frau: "Heute habe ich einen Menschen ohne Gesicht gesehen, wir fahren weiter! " Also, uns gefällt Portugal sehr gut!  Später, wir haben schon ganz schön gebechert, kam ein stattlicher Deutscher, der Herr Michael Becker aus Bad Kreuznach  zu uns und wir unterhielten uns, nachdem er seinen Campingstuhl geholt hatte, dann auch im Sitzen sehr angeregt. Der Herr Becker ist im alten Peugeot mit Dachzelt ganz alleine unterwegs und kommt gerade von der Algarve , früher männlicher Küstenstreifen nach Adelstitel : der Algarve, jetzt weiblich, die Algarve wo es sehr sehr heiß sein soll. Auf jeden Fall gingen die Männer dann irgendwann mal schlafen . Alice und ich unterhielten uns angeregt über dies und das und überhaupt, bis so gegen 1/2 3 Uhr, bis uns Herr Becker etwas schwankenden Ganges verließ. Am Morgen stellten Jürgen und Klaus dann durch das Verfolgen der Schleifspur seiner Stuhlfüße den Standort des Herrn Becker fest.  

 

Dienstag, den 13.07.1999

Abfahrt 9.30 Uhr Richtung Algarve, bedeckter Himmel, 21 Grad 

Wir fahren auf der N 262 Richtung Süden. Ab Albufeira Richtung Sagres.

    

An der Algarveküste endlich Sonne, zwischen 25 und 28 Grad. Abstecher zur Ponta de Sagres. 60 m hohe Steilküste, Sehr windig und wieder viel kälter. Besichtigung der Fortalezza, früher ein Palast mit Observatorium und Forschungsräumen etc. mit einer Windrose mit 43 m Durchmesser.

    

Trübes Wetter mit sonnigen Abschnitten. Wir beschlossen, wieder Richtung Lagos und weiter und dort einen Campingplatz, möglichst nahe am Meer zu suchen. Schwieriges Unterfangen, Portugal hat kein Herz für Camper! Verschiedene Campingplätze angefahren, alle zu weit vom Atlantik. Doch wieder nach Albufeira, Villamoura, endlich, vorbei an pompösen Golfplätzen,  einen schönen Platz gefunden, und zwar den Campingplatz Orbitur in Quarteira, etwa 500 m weit zum Strand. Welch ein Zufall, dieser Campingplatz ist genau unterhalb von dem wilden Platz, auf dem Alice und Jürgen vor 2 Jahren waren. Sooo, hier bleiben wir erst einmal eine Weile!

                                     Ankunft ca. 19.45 Uhr,   Km-Stand 39.789  ca. 25 Grad

    

    

Mittwoch 14.04 bis 17.07.1999

Quarteira /Algarve früh: 30 Grad, abends 40 Grad 

Wir haben uns auf unserem großen Stellplatz häuslich eingerichtet, Liegen und Hängematten aufgestellt . Früh holt Klaus frische Brötchen, endlich kommen unsere mitgenommenen Räder mal zum Einsatz. Wir gehen zum Strand (Sonnenschirm haben wir nicht vergessen) , relaxen und lesen ein Buch oder auch zwei (hauptsächlich Inge und Alice) und lassen einfach den lieben Gott einen guten Mann sein . Abends wird schön gekocht, ein paar Schoppen Rotwein getrunken und über Gott und die Welt gelästert (das tun wieder hauptsächlich die Männer). Wir beobachten viele frei lebende Hunde, so unseren Security, ein mittelgroßer schwarz - weißer Mischling, der immer durch ein Loch im Zaun auf das Campingplatzgelände kommt und dort seine Runden dreht. Weiter beobachten wir einen wunderschönen Dobermann-Rüden, kupiert, der zusammen mit zwei, drei anderen Mischlingsrüden ein Rudel bildet. Er ist aber absolut der Boß. Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen, aber der Kerl macht einen gesunden Eindruck, der schlägt sich durch! Der zweite Tag ist eine Wiederholung des ersten, nur daß wir nachmittags ins Schwimmbad im Campingplatz gehen. Endlich können wir mal  richtig schwimmen! Abends nach dem Essen spazieren wir ins Städtchen und erleben auf der schön ausgebauten Strandpromenade  einen Gymnastiktreff. Kinder und Jugendliche aus der ganzen Algarve zeigten ihr Können. Vom Bodenturnen bis zur rhythmischen Sportgymnastik, von Karate bis Akrobatik, vom Volkstanz bis zu lateinamerikanischen Tänzen, alles war geboten! Sogar eine Gruppe von dänischen Sportakrobaten war vertreten!  Auch sonst war auf der Promenade die Hölle los, alles flanierte und schaute z.B. einem Marionettenspieler zu. An einer anderen Ecke spielten kolumbianische Musiker ihre Volksweisen. Wieder  woanders zeigte ein Maler, was man alles  mit Farbe aus Spraydosen  genannt Airebrush anfangen kann. Wir genießen bei einem Bier den Sonnenuntergang und können uns gar nicht vorstellen, daß andere Leute arbeiten.

Beim Aufwachen : schöne 30 Grad im Schatten und Musik- und Fernsehberieselung von der großen Nachbarsfamilie , danach schönes langes Frühstück,  duschen , schwitzen, duschen, Meer, Sonne, duschen, faulenzen usw. usw.

    

 

Sonntag, den 18.07.1999

9.20 Uhr, ca. 25 Grad 

Aufbruch Richtung Spanien. Unser nächstes Ziel ist Sevillia. Vorbei an unendlichen Olivenhainen  empfängt uns Andalusien mit großer Hitze und  Zeitverschiebung, es ist wieder eine Stunde später. Daran haben wir nicht gedacht. Sevillia ist eine herrliche Stadt, uns kommt es vor, als hätte sie ihr Sonntagskleid angelegt. Wir finden einen Parkplatz direkt  am Ufer des Guadalquivir und gehen  in Richtung der Kathedrale Santa Maria , die nach der Peterskirche in Rom und der Londoner St.Paul`s Cathedral das drittgrößte Gotteshaus der Christenheit ist. Angesichts der Dimensionen und des Reichtums dieses Baus beschleicht uns als unbefangene Betrachter das ungute Gefühl, bei der Geburt dieser Kathedrale hätte nicht christliche Demut, sondern Größenwahn Pate gestanden. Laut Führer war dieser Eindruck auch beabsichtigt, denn als die Domherrn 1401 den Plan faßten, auf den Grundmauern einer alten Moschee eine Kathedrale zu bauen, beschlossen sie: "Laßt uns eine Kirche bauen, so herrlich und so groß, daß alle, die sie erblicken, uns für verrückt halten". Leicht erschlagen von der Wucht der Eindrücke gehen wir gegenüber zum Alcazar, dem Schloß der christlichen Könige, das maurische Architekten in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts mit seinen prachtvollen Sälen und Innenhöfen im Mudejarstil errichteten. Karl V. ließ die berühmten Gärten des Alcazar anlegen. Hier hätten wir es stundenlang im Schatten aushalten können, aber wir mußten weiter, wollten wir uns doch noch das berühmte Stadtschloß anschauen. Überwältigend auch hier der Plaza de Espana mit dem Palacio Central. Rings um das rund gebaute Schloß sind Keramiken der verschiedenen spanischen Provinzen und Kolonien aufgeführt. Der Platz ist durchbrochen von Wasserstraßen und Brücken . Überall sind Pferdedroschken  für Stadtrundfahrten . Das Hufgeklapper , die farbenprächtigen weiten Straßenzüge, überall  Paläste mit schönem Baum- und Pflanzenbestand , das alles hinterläßt bei uns einen großartigen Eindruck. Hierher werden wir sicher mal zurückkommen und die "spanischte" aller spanischen Städte noch näher in Augenschein nehmen. Heiß ist es , 35 Grad im Schatten, wir können ganz einfach nicht mehr, steigen in den Eura und fahren weiter in Richtung Osten.. Vorbei an riesigen  Olivenhainen, unterbrochen von Sonnenblumenfeldern  immer auf der Autobahn. Später tauchen dann die ersten Sierras auf. Es ist schon spät und wir  peilen den erstbesten  Campingplatz an. Ankunft in Torre del Mar um 20.00 Uhr. Kein schöner Platz, enge Parzellen, lange Schlangen vor den Duschen (hier möchte keiner von uns 14 Tage Urlaub machen) , na ja für eine Nacht geht es. Wir Damen gehen zeitig ins Körbchen, können aber aufgrund des Lärms unserer beiden Ehemänner nicht so richtig schlafen. Am nächsten Tag stellte sich heraus, daß sich eine feucht - fröhliche Konversation mit dem Nachbarn ergeben hat, bei dem Gespräch muß wohl kurzzeitig ein Hocker den Geist aufgegeben haben und Klaus Bekanntschaft mit dem harten Boden gemacht haben. Da weiter keine Verletzung daraus hervorging, war die Sache auch nächsten Tag abgehakt.

                                                                                                   KM-Stand: 40.860

    

    

      Alcazar

    

Montag, den 19.07.1999 Abfahrt 10.00 Uhr, 25,5 Grad, Schwül. 

Weiterfahrt Richtung Almeria., vorbei an unendlichen Plastikplanen. Zwischendurch steht die Höhle von Nerja auf dem Programm. Wieder sehr beeindruckend und ich bekomme endlich mein Foto von dem in Nerja befindlichen herrlichen Aquadukt.

 

Weiter durch die Sierras , dann wieder an die Küste , bis in die Nähe von  Valencia , Oliva heißt unser Ziel. Hier müßte lt. Jürgen ein schöner Campingplatz direkt am Meer sein. Nach drei Anläufen haben wir ihn gefunden, er liegt tatsächlich direkt am Meer, nur durch Dünen getrennt. Die Anfahrt war etwas kritisch (manchmal war nur hüben wie drüben 3cm Luft und die Äste der Pfirsichbäume streiften sehr bedenklich die Karosserie). Wir haben Glück, gerade noch ein Stellplatz für unser Schiff  und schließlich und endlich stehen wir richtig, zwar direkt gegenüber der Waschanlagen (für Mensch und Auto),aber wir beschlossen, das positiv zu sehen, wir hatten es zum duschen und spülen so nah wie noch nie!

                                                                                                             Km-Stand: 40.860

 

Dienstag,20.07. bis 23.07. 1999

Campingplatz Azul in Oliva, 

Beschlossen einstimmig (Klaus nach längerem Zögern) doch nicht in die Ardeche zu fahren, sondern noch ein paar Tage Sonne, Strand und Mittelmeer zu genießen. Heiß ist es, zwischen 30 und 38 Grad, aber die Abkühlung ist ja nah. Am Strand wird gefaulenzt, im Meer geschwommen (endlich ist das Wasser fast so warm wie in der Badewanne zu hause). Jeder macht das, wozu er am meisten Lust hat. Klaus liegt in der Sonne, Alice und ich lesen und Jürgen spielt auf seinem Laptop und schaut fern, ja endlich  hat sein "Oyster" den Satellit gefunden. Der Platz ist schön angelegt, es gibt hier viele Franzosen, die hier Bouwle - Turniere austragen und etliche Deutsche, die sich anscheinend zum großen Teil kennen. Eine richtig familiäre Atmosphäre. An einem Nachmittag bekommen wir mit, daß sich unsere Nachbarin in der Dusche aufregt. Zwei Pärchen (Deutsche natürlich) vergnügen sich in den Damenduschen, tschja, die Hitze! Manche brauchen wahrscheinlich den Nervenkitzel! Wir erfahren von den Nachbarn, daß die Leute hier zum Teil schon 15 Jahre und länger herkommen, viele Deutsche aus dem Ruhrpott. Bei einem Bummel von Jürgen und Klaus über den Platz bleiben diese an der Bar hängen und erleben live, was wir vorher im Fernsehen sahen, nämlich Ruhrpott-Gespräche  par excellance. Jürgen kam zwischendurch und holte Alice, ich wollte mein Buch fertig lesen . Später kam dann noch mal Jürgen und erklärte mit leuchtenden Augen (das spanische Bier ist zwar dünn, aber oho am Nachmittag), ich müsse dringend mit, es wäre sehr lustig, der "Miniplie" (der Typ ist uns schon vorher aufgefallen, ziemliche Kugel mit  Miniplie-Frisur, Goldkettchen etc., wie der Typ in der Fernseh-Reality-Serie -Die Kuchenbrois -beim WDR) wäre absolute Spitze. Wenig später kam dann auch Klaus, der sich dann aufgrund der ungewohnten nachmittäglichen Alkoholkonsums erst einmal  in die Koje begab. Spät, aber immerhin , grillten wir dann doch noch und später kam dann das Ehepaar aus Bochum und ich kam dann auch noch in den Genuß der Ruhrpott-Philisophie. Es war richtig ergreifend, den beiden zuzuhören, besser als jedes Fernsehen.

 

Samstag, den 24.07.1999 

9.30 Uhr Weiterfahrt Richtung Heimat. Bedeckter Himmel, trotzdem 30 Grad. Auf der Autobahn Richtung Valencia, Castellon, Barcelona. Bei Figures nach Frankreich an Perpignan vorbei nach Sete. Aufgrund der Hochsaison bekamen wir nur einen Platz in einem riesigen Campingplatz, zwar am Meer, aber es muß erst eine Straße überquert werden. Wir kaufen noch ein wenig ein, machen einen kleinen Spaziergang, das letzte Mal am Meer - für dieses Jahr - . Hier ist das Wasser kälter als in Spanien. Abends treffen Jürgen und Klaus beim "Wohnmobile-schauen " noch den Nachbarn der bei Kapps aus Hergenfeld gegenüber wohnt, Zufälle gibt es!                                                                                                                                                                                                     Ankunft: ca. 18.40 Uhr, 35 Grad

                                                                                   Sonnenschein, KM-Stand: 41.606 

 

Sonntag, den 25. Juli 1999

 9.15 Uhr, 23 Grad, sonnig. 

Heimreise - Autobahn  u. Nationalstraßen , etwas bedeckt, angenehm zu fahren, angenehme Fahrt.

Ankunft in Hergenfeld: 21.30 Uhr

                                                                                                       Km-Stand: 42.627  

 

Montag, den 26.Juli 1999 

Nach erster Nacht in einem richtigen Bett und großem Frühstück bei Familie Kapp habe ich es eilig, heim zu kommen. Noch schnell vom Eura in unseren Roten geladen und ab nach Franken. Ungewohnt, nach 3 Wochen Vagabundenleben wieder in den Alltagstrott einzusteigen . Na ja, alles steht noch, die Nachbarn freuen sich auch wieder, daß die Schmidtis da sind, im Garten blüht das eine und andere, alles paletti!

Morgen geht gleich der Alltag wieder los! Also - ich wäre noch ein paar Wochen geblieben! Ein Trost, Ende August haben wir schon wieder 14 Tage Urlaub, diesmal mit unseren Nachbarn in die Alpen zum Bergwandern, rosige Aussichten! 

 

FAZIT:

6.287 Kilometer  mit dem Eura

23 Tage zusammen mit Alice und Jürgen

22 Nächte im Eura (bis auf 1 Nacht Jürgen und 3 Nächte Klaus im Freien)

Gesamtkosten:: 3.884 DM pro Familie 1.942 DM

Temperaturen von 12 Grad bis 40 Grad, Sonne, Wind , Regen ,Schwüle

Atlantik, Klippen, Dünen, Berge, Sierras, Mittelmeer, Flüsse, Täler

Bratkartoffeln, Steaks, Gulasch, Nudeln, Klöße, Salata-Salat

Enthaltsamkeit auf zwischenmenschlichem Gebiet

Lachen, Streiten, Diskussionen, Unterhalten, Schöppeln, Sich Mögen .

 

 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!--------------Einfach halt Urlaub --------------!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 

 

Schweinfurt, den 15.08.1999

Inge, Alice, Jürgen und Klaus

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