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Sommer Urlaub – Carmarque ( F )
23.06. bis 14.07.2001
Abfahrt mit unserem Pflegehund „ Mäxx vom schönen Rain“ genannt Max, dem Wessie - Rüden unserer Nachbarin Christel, edles Geblüt, der Hund wie die Nachbarin. Wir haben versprochen, während ihrer Reise in die USA uns zu kümmern und vorher schon geübt, ob der Kleine unser Wohnmobil und uns aushält.

Wir fahren los bei herrlichem Wetter auf der A7, Richtung Kempten. Problemlose Fahrt mit einigen Essens- und (Hunde) Pinkelpausen über den Reschenpass bis Prad am Stilfser Joch. Bilderbuchaussicht mit weiß gekrönten Bergen, blauem Himmel und saftigen grünen Bergwiesen. Es ist Heuernte und überall riecht es nach Sommer, Sonne und Urlaub – so wollen wir das!

Zuerst im Campingplatz „Kiefernwäldchen“ (waren wir schon letztes Jahr) Quartier bezogen, mit Max ins Städtchen gelaufen, Geld geholt, Eis gegessen und dann uns mit dem Nachbarn, Besitzer einer 12 Jahre alten Wessie-Dame,
unterhalten. Er informierte uns, dass abends auf dem Platz eine Techno-Party stattfindet. Wir rückten mehrere Plätze weiter entfernt, eine Hörprobe ergab aber, dass wir die Flucht ergreifen sollten. Wir sind dann zum Campingplatz „Sägemühle“ gezogen und haben gerade noch einen Platz neben einem Wohnwagen ergattert. Das ist schön, weniger schön ist, dass wir gleich wegen Max angemacht wurden, er hätte drei Tröpfchen abgedrückt. Wir beschlossen, uns den Tag nicht verderben zu lassen, es waren Altöttinger Lackel, traurige.
Ich drehte im schmucken Pool (Hallenbad) eine Runde, sogar eine Hundedusche gibt’s auf dem noblen Campingplatz!
Alles hat seinen Preis, Übernachtung mit Hund: 47,50 DM
Ankunft Prad: ca. 16.00 Uhr

Sonntag, den 24.06.2001, Sonnenschein 21 Grad
Abfahrt bei strahlendem Wetter. Wir wollen übers Stilfser Joch, haben aber doch Bedenken bekommen. Klaus wurde beim Bezahlen gesagt, das ein so langer Radstand wie bei uns wohl beim Befahren des Stilfser Jochs Probleme bereiten würde! Zuerst einmal ist warten angesagt, eine Prozession mit Blasmusik, herrlichen Trachten bei großartigem Wetter und vor dem Bergpanorama. Zwar nicht von uns bestellt, aber sehenswert! Nach der 2. Kehre mit mehrmaligen Zurücksetzen hat Klaus die Schnauze voll und wir drehen um und fahren Richtung St. Moritz. Ab Schlunders die B 28 (durch Gluns, Stellplätze, schönes mittelalterliches Bergstädtchen mit Stadtmauer) nach St. Maria, über den Ofenpass (2.1549 m) nach Zernes ins Oberengadin. Viele, viele Rad- und Motorradfahrer sind unterwegs. St. Moritz ist viel kleiner als wir dachten, aber trotzdem sehr schön, richtig schnuckelig. Wir düsen weiter Richtung Ciavenna. Ab da die SS 36 am Lago di Mezzola vorbei. Grandios die Berglandschaft, die vollen, satten Bergwiesen. Wir sind am heutigen Ziel, der Comer See ist erreicht. Hier ist es ganz schön heiß und wir beschließen, gleich am Nordrand des westlichen Seeufers zu bleiben. Wir landen in Panaso und fahren auf den DCC – Campingplatz „Gefara“. Alles kleine Bungalows und Dauerplätze. Erwischen doch noch ein Eck, ganz hinten. Trotzdem, wir haben Urlaub und für heute reicht die Fahrerei. Noch ein Spaziergang mit Max ins nahe Städtchen, entlang am glitzernden Comer See, ringsherum die Dreitausender mit Schneehauben, richtig Postkartenpanorama. Abends jagt Max noch eine Katze. Ich bin schuld und richtig erstaunt, wie schnell der faule Max eigentlich noch rennen kann!
Für heute noch etwas zum Beißen für Familie Schmidt und Leihhund, ein Schlückchen Wein und die Welt ist in Ordnung!
Ankunft: 17:30 Uhr
Gebühr: 45,00 DM
Km-Stand: 141.983
Montag, den 25.06.2001, Sonnenschein, 25 Grad
Ziemlich bald aufgewacht, herrlicher Sonnenschein. Nach dem Duschen und
Spazieren gehen mit Max Weiterfahrt ans Mittelmeer! Ziemlich lang am Comer See entlang bis Cano, dann auf die Autobahn Richtung Mailand. Auf der A 7 Richtung Genua, bei Tortona Richtung Allessandria und dann wieder über Ovada ans Meer. Ab Albenga auf die SS 1 die Via Aurelia (die wir schon von der Toskana kennen) immer an der Steilküste entlang. Schwierig, an der Riviera für ein Womo einen Stellplatz zu finden, alles ziemlich steil und eng. Schließlich landen wir ziemlich groggy in San Remo auf einem Stellplatz. Sehr heiß, im Schatten 28 Grad. Wurstsalat für uns, kleiner Snack für Max. Erst einmal eine kleine Pause....
Ankunft: ca. 16 Uhr
Km: 142.243

Anschließend mit Max in die City von San Remo. Viele, viele Vespas, dies scheint die Stadt der Roller zu sein und nicht die des Schlagerfestivalls!!
Sehr süditalienisches Flair, Bougovillas in allen Rot- Rosa – und Pinktönen an den schmucken Häusern, der ganze Strand voll mit Liegestühlen und Menschen, überall Hundeverbot, also nix für uns! Viele Palmen, südländische Machos, die ihr Handy wie Pistolen am Gürtel tragen, elegante Italienerinnen mit riesigen Sonnenbrillen, Nordländer mit roten aber glücklichen Gesichtern, Eis- und Pizzabuden. Über allem der unschlagbare Dunst von Zweitaktern und Meeresbrise, Sonnenöl und verführerischen Essensdüften.
Nach einem Eis, dann Bier und Campari und Lästern über Land und Leute (mehr über Leute) wieder auf den Stellplatz zwischen Sportplatz, Eisenbahn und Ausfallstraße gelangt, Max war froh, sich endlich zusammengerollt schlafen legen zu können und auch wir fallen irgendwann nicht viel später ins Bett.
Dienstag, den 26.06.2001
Trotz Lärm sehr gut geschlafen. Nach Spaziergang mit Max und gemütlichem Frühstück weiter in Richtung Nizza. Auf der Autobahn hoch über dem Mittelmeer kommen wir gut voran. Vorbei an Monte Carlo, Richtung St. Tropez. Dann wieder Richtung Toulon. Wieder zurück Richtung Hyes . Wir wollen auf den schönen Campingplatz „Du Domaine“ in Bormes-les-Mimosas. Nach ca. 1/1/2 stündiger Suche wurden wir fündig und haben einen schönen Stellplatz in der Nähe des Strandes erwischt. So erst einmal richtig hinstellen, ist immer nicht so einfach, die richtige Position zu finden, Kaffe kochen, Nachbarn in Augenschein nehmen. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben. Wir genießen unser italienisches Menue, Max seine Ruhe und nach einer kurzen Abkühlung im Mittelmeer mit schönem Sandstrand, nur noch Ruhe! Alles ist gut!
Ankunft: ca. 14 Uhr, ca. 30 Grad
Km: 142.548

Mittwoch und Donnerstag, 27. und 28.06.2001
Wir genießen zwei Tage Faulenzen, Lesen, Schwimmen, Schwitzen, abends lange Spaziergänge an den Strand bis zum Hafen, schön hergerichteter Weg aus Holzbohlen, Wassertemperatur: 25 Grad, Luft: über 30 Grad. Donnerstag leichte Abkühlung durch ein Gewitter. Internationale Küche von Spaghetti bis fränkische Bratwürste mit Kartoffelsalat. Frischer Salat vom Markt und Obst der Saison.

Freitag, den 29.06.2001, Sonnenschein, 30 Grad um 09:00 Uhr
Aufbruch gegen 10.00 Uhr Richtung Carmarque. Auf die N 98 Richtung Toulon, dann Richtung Marseille. Ein Abstecher nach Aix du Provence
(A50 + 52) . Auf der Autobahn das erste Mal Stau bei ca. 35 Grad im Schatten.
Es ist zu heiß zum Stadtbummeln. Nur eine kleine
Stadtrundfahrt um den Stadtkern ist drin. Wieder auf die Autobahn. Vorbei am
Hausberg von Aix „Saint Victoire“, gemalt von Cezanne. Weiter Richtung Marseille.
Dann Richtung A55 Richtung Montigues vorbei an etlichen Ölraffinerien
Richtung Arles. Bei Abfahrt D 570 immer Richtung „Saintes Maries de la Mer“,
der größten Hafenstadt in der Carmarque. Der Ort hat seinen Namen von den heiligen Marien (Salome und Jacobe),
die einst mit ihrer schwarzen Dienstmagd Sarah, der Schutzheiligen der
Zigeuner, an Land gingen. Heute noch versammeln sich Sinti und Roma aus ganz
Europa am 24. und 25. Mai zum
Carmarque-Festival.
Wir landen im Campingplatz « Le Clos du Rhone » in Les Sainte Maries de la Mar, inmitten einer ziemlich urwüchsigen Landschaft mit Weiden für die berühmten Carmarque-Pferde.
Ankunft: ca. 16.00 Uhr
Km-Stand: 142.811
Nach unserem üblichen Ritual, Gassi mit Max, Kaffee und erst mal ankommen,
lesen wir ein wenig über unseren jetzigen Aufenthaltsort und spazieren am Meer entlang in den Ort. Sehr hübsch, wie bei uns an der Nordsee. Reedgedeckte Häuser, blitzsauber, viele Touristen, viele Läden und dann ...endlich Flamingos! Die Carmarque - Pferde grasen unter Wasser, ich konnte das gar nicht glauben, bis ich es selbst sah. Das gibt’s bei uns an der Nordsee nicht. Wir bummeln noch durch die belebte Innenstadt und dann machen wir uns auf den Heimweg. Gegen 21.00 Uhr noch einen erfrischenden Salat und dann nichts wie ab ins Wohnmobil – das erste Mal dass uns Stechmücken plagen - und genießen halt drinnen unseren Rotwein.
Samstag, den 30.06.2001
Heute wollen wir uns die Carmarque etwas näher ansehen. Von „Saintes Maries de la Mer“ aus fahren wir – links und rechts neben uns große Weiden mit weißen Carmarqe – Pferden und Flamingos, viel unberührte Natur und große Sumpfwiesen aber auch Reisanbau können wir ausmachen - Richtung Aigues – Mortes. Hier ist die Altstadt von einer von König Ludwig IX gebauten Hafenfestung (13. Jahrhundert) umgeben. Sehr imposant! Noch ein paar Runden in der hübschen Altstadt. Sehr rege ,aber nicht mit dem Lärm in einer italienischen Stadt zu vergleichen, sehr viel angenehmer für unsere deutschen Ohren. In einem Straßencafe trinken wir einen „Cafe ole“ und lauschen de, Klaus und ich transpirieren, d.h. der Hund hechelt und pinkelt an jede noch so geringe Anhöhe. Das machen wir natürlich nicht, aber beneiden darf man ja so was schon! Weiter nach Saint Gillles, dem Rhone-Kanal (Canal du Rhone) immer an Reisfeldern, Schilf und viel Natur vorbei. Dann Saint Gilles, ein hoher Wasserturm, der Kanal mit vielen, vielen Hausbooten, Cafes, Frankreisch, Frankreisch! Eine kleine Pause mit dem Blick auf den Canal du Rhone. Doch kein Rundgang durch die Stadt, wieder nur eine Rundfahrt und dann wollen wir ja noch nach Arles, die heimliche Hauptstadt der Provence.
Hier gibt es ein Amphietheater und ein Theatre Antique mit 12000 Sitzplätzen. Ein Plakat kündigt Stierkämpfe an, die in Frankreich aber im Gegensatz zu Spanien unblutig ablaufen. Es gibt aber auch Corrides, die wie in Spanien erst mit dem Tod des Stieres enden, ziemlich unappetitlich das Ganze. Arles, die einstige Hauptstadt Galliens und Kaiser Augustus bevorzugter Aufenthaltsort, zeigt sich uns dreien heiß aber liebenswürdig. Vom Zentrum, dem begrünten „Place du Forum“ mittendrin das Denkmal des Dichters “Mistal“, zu den Plantanen und Palmen bis zu den Cafes und Brasserien, sehr französisch. Zwar ist viel los, aber alles wirkt nicht so wuselig wie in Italiens Touristenhochburgen. Nach 2 Stunden reicht es uns mit dem Besichtigen, kaufen in einem Großmarkt ein, alles ist einen Tick teurer als bei uns, und fahren bei unverändert hohen Außen- und leider auch Innentemperaturen wieder auf unseren Campingplatz. Wir sind froh, wieder da zu sein und nehmen erst jetzt so richtig zur Kenntnis, dass unser Motor zu komisch tuckert. Hoffentlich nichts schlimmes, auf jeden Fall sollten wir uns überlegen, dass Klettern auf Pässen mit dem Wohnmobil wohl nicht mehr angezeigt ist.
Na ja, Klaus kocht Nudeln mit Hackfleischsoße, ich mache einen Salat und Max bekommt Rind mit Huhn. Alles ist satt, Klaus ist am sattesten.
Kilometerstand: 142.885

Sonntag, den 01.07.2001
Heute wollen wir einen Bootsausflug (pro Person 60 ff) auf der Petit Rhone ( die kleine Rhone ) mit der Tiki II wagen. Die Anlegestelle ist in der Nähe des Campingplatzes. Es ist wie immer ziemlich heiß und zusätzlich weht ein heftiger Mistal. Ach ja, ich habe ganz vergessen zu erwähnen, die vielen Stechmücken zu erwähnen, die uns jeden Abend ziemlich zusetzen.
Also um 14.30 Uhr legen wir ab. Max hat auch sein Plätzchen ergattert (wenigstens muss ich heute mal nicht so weit laufen, wird er sich denken)
Wir tuckern mal rechts, mal links der Petite Rhone entlang und plötzlich haben wir die ersten schwarzen Stiere vor der Kameralinse. Reiher, Möven, Stockenten und reetgedeckte Fischerhäuschen säumen die Ufer links und rechts. Dann (ziemlich vorbestellt) ein Hirte auf einem Carmarquepferd treibt eine gemischte Herde mit Kühen, Kälbern, Pferden und Fohlen am Ufer entlang und präsentiert sich stolz den vielfach gezückten Kameras. Trotzdem sehr schön, bis auf die Flamingos hat man alle mit dieser Landschaft verbunden Tiere beisammen.
Nach 1 ½ Stunden ist die schöne Fahrt vorbei und wir beschließen nach dem Essen (Gnochi mit Schinken und Salat – dem italienischen Essen bleiben wir treu) mit Max die 2 Kilometer einfach nach Saintes Maries de la Mer zu laufen und französische Lebensart zu genießen. Na ja, Klaus trinkt ein großes Weißbier und ich einen kleinen Campari Orange (nix französisch).
Nächstens aufgrund der vielen Stechmücken keine Ruhe, wieso ausgerechnet immer nur ich!
Montag, den 02.07.2001, 09.00 Uhr wieder 30 Grad
Nach dem Frühstück laufen wir Richtung Lagune hinter den Ort und wollen Flamingos beobachten. Ziemlich beschwerlich das Ganze, der arme Max verbrennt sich die Pfoten auf dem heißen Sand. Wir nehmen in auf den Arm und beobachten Schwärme von rosaroten Flamingos. Schon ein tolles Bild, der blaue Himmel, der weiße Sand und die rosaroten Vögel. Nachmittags wieder am Womo angekommen haut sich Max gleich unter das Auto und wir in die Liegestühle. Trotzdem, er war richtig tüchtig, Max entwickelt sich noch zum Langstreckenhund.
Morgen wollen wir wieder gen Norden, wo es hoffentlich etwas weniger heiß ist.
4 Übernachtungen Camping „Les Clos du Rhone“ Ff 598 = DM 176,90

Dienstag, den 03.07.2001, 09:30 Uhr, 25 Grad, schwül
Heute morgen alles ziemlich feucht. Es ist dichter Nebel über der Carmarque. Unser Auto, d.h. der Motor klappert immer noch so komisch. Wir beschließen, doch auf dem schnellsten Wege nach Hause zu fahren.
Ankunft in Bad Krotzingen /Schwarzwald um 17.00 Uhr, 28 Grad, Km-Stand: 143.764.
Die Fiat-Werkstatt teilte uns mit, dass wir es noch nach Hause schaffen. Ganz haben wir es nicht geschafft, auf der Rhönautobahn hat der Motor seinen Geist aufgegeben und wir wurden samt Wohnmobil nach Hause abgeschleppt.
Schade, jähes Ende eines bis dahin schönen Urlaubs!
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