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2. Anlauf -
Urlaub 2001
15.09. bis
05.10.2001
Nebel, ca.9 Grad, 8.00 Uhr
Kilometerstand: 145.917
Mit neuem Motor im alten Bürstner starten wir nach Einkauf beim „Maul“, versorgt mit allem zum Überleben, bei nebligem Wetter auf die A 7 Richtung Kempten. Ziemlich viel Verkehr, über Reutthe, Richtung Fernpass – die Sonne gibt sogar mal kurz den Blick auf die Berge frei – und dann bis Biberwir. Hier geht gar nichts mehr. Stau ohne Ende. Später erfahren wir, es war Almabtrieb!
Nach einer 3/4 Stunde drehen wir um und fahren über Garmisch, Mittenwald, Leutaschtal, den Zirler Berg runter. Innsbruck durchqueren wir in gewohnter Weise und dann auf der alten Brenner Passtrasse Richtung Brenner. Den Stellplatz Gries finden wir nicht, dafür aber einen schönen Parkplatz in Sterzing. Neben einem Tenniscenter. Es stehen schon einiges Wohnmobile und schwupps, wir dann auch. Wir schlendern durch die schöne Altstadt, abends ein gemischter Salat und schon geht’s uns gut. Wir hören immer wieder mal Nachrichten, was der Cowboy in USA macht. Bis jetzt noch kein Krieg, abwarten!
Ankunft ca. 17.00 Uhr, Km-Stand: 146.475
( PS: -Maul – ist ein nicht ganz so großes EDEKA- Geschäft in Niederwerrn, mit guter Qualität )
Nach einer ruhigen, angenehmen Nacht machen wir gegen 8.00 Uhr Frühstück. Draußen fängt es leicht zu Nieseln an. Wir wollen noch mal rauf auf die
Seiser Alm, vielleicht ist es da oben ja schönes Wetter! Wenn nicht, der Gardasee ist nicht weit!
Bei Waidbruck geht es rauf Richtung Kastelruth, der Regen hat mittlerweile nachgelassen aber, je höher wir kamen, desto weißer wurde es ringsrum. Schnee um diese Jahreszeit! Wollten wir eigentlich in den Winterurlaub? Oben auf der Seiser Alm, auf dem großen Parkplatz in Compatsch, wurde uns gesagt, wir können für 18.000 Lire parken und die Nacht über stehen bleiben. Gesagt, getan, wir zogen uns die Wanderklamotten an, es schneit ein wenig und wir wollen zur Mahlknechthütte. Es schneite immer mehr, wir streifen unsere Capes über. Inzwischen prasselt der Nassschnee nur so auf uns herab und es war schon merkwürdig, den Kühen zu begegnen, die mit Schneehäubchen auf Rücken und Kopf ein wenig verwirrt aus ihren weiß bewimperten Augen schauten. Wir schafften es jedenfalls und nach 1 ¾ Stunden stärken wir uns in der rappelvollen Hütte mit einem riesigen Kaiserschmarren. Auf dem Rückweg klart der Himmel dann auf und wir werden mit einer grandiosen Sicht bei Sonnenschein für unsere Mühen belohnt. Uns zeigt sich im schönsten Sonnenschein, der Langkofel, der Plattkofel und der Rosengarten. Die Dolomiten sind immer wieder eine Reise wert. Trotzdem, wir wollen es wärmer, morgen geht weiter, erst einmal an den Gardasee.
Montag, den 17.09.2001 Kilometerstand: 146.729


In der Nacht hatten wir 2 Grad minus, Na, bei uns ist es schön warm im Wohnmobil. Wir waren ganz allein auf dem riesigen Parkplatz in Compatsch.
Herrlicher Sonnenschein an diesem Morgen, eine wunderschöne Rundumsicht, aber saukalt! Runter wieder ins Eisacktal Richtung Trentin. In Bardolino am schönen Gardasee angekommen angekommen, empfing uns auch herrlicher Sonnenschein aber eine relative Kühle von 19 Grad. Der Camping Comunale war bis auf zwei blöde Plätze ausgebucht und wir fahren zurück Richtung Garda zum Campingplatz „Serenella“ zwischen Bardolino und Garda und finden einen super Platz in der Nähe des Sees. Nach einem gemütlichen Abendessen laufen wir den See entlang nach Bardolino und genießen ein Konzert um 21.30 Uhr der „Filamonica Bardolina“. Es wird Händel, Mozart, Dvorak und noch mehr Klassiker gespielt und gesungen. Wir sind zwar nicht die Klassikfreaks, aber wir genießen die stimmungsvolle Musik in dem schönen Kirchenambiente sehr. Die zwei Sopranistinnen waren große Klasse und lassen die unbequemen Kirchensitze doch schnell vergessen. Die 1 ½ Stunden vergehen recht kurzweilig und der Nachhauseweg in unser warmes Womo ist schnell gemeistert. Alles in allem ein schöner Tag mit einem stimmungsvollem Ausklang.
Schön lange geschlafen und noch besser gefrühstückt. Endlich wieder mal ausgiebig geduscht! Nachmittags dann mit den Liegestühlen an den Strand.
Ein kühler Wind zwar, aber es ist relaxen angesagt. Ein gutes Buch (Inge) und ein wenig Sonne tanken (Klaus), so geht jeder seinen Bedürfnissen nach. Abends Spaziergang nach Garda und in einem Cafe schauen wir bei Wein bzw. Campari/Orange dem aufziehendem Gewitter zu. Nix wie ins Wohnmobil, wir müssen denke ich schon wieder weiter, dem schöneren Wetter entgegen!
2 x Übernachtung 68.000 Lire
Das Wetter ist wie die Stimmung – bewölkt bis gewittrig. Jetzt gießt es in Strömen, als wir den Gardesee Richtung Istrien (A4) verlassen. Wir fahren nach Trieste über Muggia immer an der Adria entlang. Das Wetter, gemischt mal bewölkt, mal Sonne. Wir fahren kurz durch Slowenien durch Koper bei Izola, jetzt Kroatien. Ungewohnt, den Pass vorzeigen zu müssen!
Leider begrüßt uns das Adriatische Meer nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten. Es ist so bleifarben wie der bewölkte Himmel. Wir fahren über Umag, Novigrad, Porec bis nach Vrsar und dort (Empfehlung DCC) auf den „Camping Turist“ . Ziemlich große Anlage, ziemlich viele Holländer und Deutsche. Ziemlich hohes Durchschnittsalter! Das Wetter ist erstmals wieder o.k. mit der
Option noch schöner zu werden, sagen die Nachbarn (die mit Wessi, Boot und angeblich dem gleichen Bürstner wie wir zuhause). Nachts ein ziemliches Gewitter, rumpel, rumpel!

Früh scheint wieder die Sonne (wenigstens die am Himmel), wir duschen und machen uns auf zur Stadtbesichtigung. Etwas umständlich, aber immerhin, gelangen wir nach Vrsar-City, und stolzieren im Hafen herum. Wir buchen einen Bootsausflug zum Limski-Kanal (eine Art Fjord) und auf geht’s es mit einem kleineren Motorboot mit ein paar Passagieren von 12 bis 16 Uhr auf die Bootstour. Ich bin sehr gerne auf dem Wasser und das klare Adriatische Meer und der herrliche Sonnenschein tun ein weiteres, dass wir diese Tour genießen. Vorbei an Höhlen (kurzer Aufenthalt mit Klettereffekt) Muschelbänken und Fischzuchten bis zum Ende des Fjords, hier ist Gelegenheit zum Brotzeitmachen und nach 1 ½ Stunden Pause geht es in einem Rutsch zurück vorbei an vielen FKK-Campingplätzen und vielen Booten. Ich kann mir schon vorstellen, dass Istrien ein Paradies für Angler und Bootsbesitzer ist, mir fehlt einfach der Sandstrand mit Muschelsuchen und mehrstündigen Wanderungen!
Campinggebühr: 67,70 DM Camping Turist: 67,70 DM

Wetter bewölkt, wir beschließen weiter südlich zu ziehen. Zuerst Station bei einigermaßen Wetter in Rovinj zum Stadt- und Hafenbummel. Fast wie in Italien, das Ambiente, nur etwas vergammelter. Am Hafen folgen wir einer Empfehlung unseres Reiseführers Marco Polo und gehen in einen alten Weinkeller mit hohem Gewölbe und essen Fisch. Klaus einen guten Seefisch mit opulenter Knoblauchsoße und ich die empfohlenen marinierten Heringe. Lecker, eine sehr gute Empfehlung! Weiter geht es in Richtung Pula. Hier in der Nähe des Amphitheater einen Parkplatz gefunden, Kirche war leider nicht geöffnet, also weiter nach Rijeka über Burban, Labin, immer der Küste entlang. Leider nichts von der schönen Aussicht mitbekommen, dies verhinderte der wolkenbruchartige Regen. Nur festgestellt, dass die Infrastruktur viel vornehmer und touristischer ab Louran und Opatja wirkt. Laut unserem Reiseführer wird die Gegend schon seit der Jahrhundertwende als Sommerfrische von Österreichern und Tschechen frequentiert.
Rijeka mit seinen 160.000 Einwohnern lassen wir hinter uns, die Regenfälle auch und fahren an der Brücke zur Insel Krk (Kreuzworträtsel) vorbei bis nach Selce. Hier finden wir einen schönen Platz, die Sonne kommt auch raus. Wir laufen am Meer entlang, in die Stadt und besichtigen das nette Städtchen. Die Saison ist vorbei und für uns macht das alles ein wenig einen verschlafenen Eindruck.
Abendessen und dann probieren wir beide unsere Handys mit mäßigem Erfolg,
Hier sind wahrscheinlich keine Satelliten?
Ankunft gegen 16:30 Uhr Km-Stand: 147.370
Gegen 10.00 Uhr (wir haben ja Urlaub und sind nicht auf der Flucht) fahren wir in Richtung Senji am Meer entlang mit jetzt herrlicher Aussicht auf die Insel Krk, die sehr abweisend und kahl zur Küstenseite hin wirkt.

Wir wollen zu den Plitvicer Seen, einem Welt-Naturerbe und dem kroatischen Nationalpark. Dazu müssen wir jetzt ins Landesinnere Richtung Bihac (Bosnien-Herzogowina) über die Berge. Immer mehr fallen uns die zerschossenen Häuser und kahlen ehemaligen Kulturlandschaften auf, richtig deprimierend. Zerfallene, mit Schusslöchern versehene Häuser, trostlose, lieblos und halbherzig wieder hergerichtete Läden und Gasthäuser. Dazwischen Western-Landschaften (viele Italo-Western wurden hier gedreht) mit Felsen und wildem Gebüsch. Keine oder nur wenig landwirtschaftliche Nutzung. Wir kommen (89 km von Senji entfernt) auf einen riesigen Parkplatz, sämtliche Nationalitäten sind hier vertreten. Hauptsächlich Busse aus Ungarn und Polen, deutsche und einheimische Touristen sind auch vertreten. Wir suchen und finden auch einen Parkplatz, entrichten unsere Eintrittsgebühr (pro Person umgerechnet 15,00 DM) der die Parkgebühr, Schifffahrt und eine Fahrt im Panoramawagen beinhaltet. Wir gehen erst ca. 2 Kilometer über einen Holzsteg Richtung Halteplatz der Panoramabusse und fahren dann zu den unteren Seen. Von hier aus geht es wieder über Holzstege. Das Gebiet der Plitvicer Seen, 1949 zum Nationalpark erklärt, ist ein Talkessel umgeben von bewaldeten Bergen in den stufenweise 16 größere und kleinere Seen mit kristallklarem, blaugrünen Wasser aneinandergereiht sind. Das Wasser fließt den Seen aus unzähligen Flüsschen und Bächen zu. Die Seen sind über schäumende Kaskaden und rauschende Wasserfälle miteinander verbunden. Man denkt wirklich, jeden Moment kommt Winnetou mit Old Shatterhand hergeritten. Es ist wirklich zauberhaft hier und mich wundert gar nicht, dass dieses Gebiet aufgrund seiner außergewöhnlichen Schönheit und Einmaligkeit in die Unescoliste als Weltnaturerbe eingetragen ist.

Jede Menge los und Klaus bringt unseren Foto das erste Mal so richtig zum Einsatz. Wir spazieren um den unteren See wieder hoch zu dem mittleren See und diesen überqueren wir bequem mit dem Boot. Dann wieder über die Stege zu den Wasserfällen, den Berg hoch zur Bushaltestelle.

Wir gönnen uns nach dem
schönen Nachmittag mit wunderbarem Wetter in sehenswerter und schöner Umgebung
eine fette Wurst mit Senf, bevor wir
wieder an die Adria zurückfahren. Wieder vorbei an durch den Krieg zerstörte
Landschaften und mit dem Bauchgefühl, dass die Menschen im ehemaligen
Jugoslawien zur Bewältigung ihrer jüngsten Geschichte noch sehr viel Zeit
brauchen. Bei mir will sich nicht so
richtig das Urlaubsgefühl einstellen, wobei die Menschen natürlich auf den
Tourismus angewiesen sind, wenn ich überall die jüngste Geschichte des Landes
in Form von zerbombten Häusern, abgerissnen Menschen und brach liegender
Landwirtschaft vor Augen habe.
Unterwegs ein Schild „Camp
Maritime“ in Prirlaka/Zadar. Genau, da fahren wir hin. Und – so gegen
19.00 Uhr fahren wir auf den schon von außen gut aussehenden Platz. Nicht mehr
viel los, egal! Erstaunlich sauber und ordentlich. Wie Klaus erfährt ist der
Boss ein Deutscher, aha! Ich mach mir noch einen Kaiserschmarrn und Klaus sich
Tomaten mit Mozarella. Heute war ein langer Tag, wir haben viel gesehen, sind
viel gefahren und jetzt ist Nachtruhe angesagt.
Ankunft 19.00 Uhr,
Durchschnittlich 25 Grad, Sonnenschein - Km-Stand: 147.666

Sonntag, den 23.09.2001
Gegen 10.00 Uhr nochmals am
Supermarkt eingekauft und dann - was sonst
– bei Regen Richtung Süden weitergefahren. Immer der Küstenstraße entlang
Richtung Sibenik. Die Straße führt uns direkt ans Meer oder hoch
hinaus spektakulären Ausblicken auf die
Felsenküste. Zwischen haben wir die Dalmatinische Küste erreicht, die aber uns
ebenso wie am vorangegangenen Tag nicht vom Sockel reißt. Je weiter südlich wir
kommen ,desto mehr merkt man den vor 10 Jahren beendeten Bürgerkrieg. Überall
Ruinen, Einschüsse, Zerfallenes. Eine Insel reiht sich vor der Küste an die
andere. Jetzt taucht vor uns ein Hinweisschild „Trogir“ auf. Wir
erinnern uns an die Erzählungen der Kapps und machen einen Abstecher auf die
kleine Halbinsel. Ein wirklich schönes altes Städtchen mit Stadtmauer, Wehrtürmen und imposantem Hafen.
Natürlich hat es wieder zu
regnen begonnen und wir fahren nach 1 ½ Stunden Aufenthalt weiter an Split
vorbei in Richtung Dubrovnik,
der südlichsten Stadt Kroatiens. Wieder viele Inseln der Küste vorgelagert.
Schön anzuschauen, aber auch ziemlich kahl
Typische Küstenorte mit halbrundem Altstadtkern und ringsum weiße
Felsen. Die Orte heißen Braki, Hvar, Korcala, Peljiesac und Mljed.
Je näher wir Dubrovnik kommen, desto zivilisierter und gepflegter wird
wieder der Küstenstreifen. Aber die Strecke zieht sich! Bei Gradec fahren
wir wieder ins Landesinnere und – wie wir wieder an die Küste kommen,
Passkontrolle. D.H. wir werden gar nicht kontrolliert, dieses Stück Küste
gehört zu Bosnien-Herzogowina. Dann endlich nach 8 Stunden Fahrzeit: Dubrovnik.
Wir fahren in die
Innenstadt und verstehen den Ausdruck „Perle Kroatiens“. Die südlichste Stadt
Kroatiens ist Dubrovnik ja, aber auch eine Stadt ohne Wohnmobilstellplatz. Der
Tankwart schickt uns wieder in Richtung Split, ca. 10 km weiter nördlich sind Park-Camps.
Wir fahren um den historischen Hafen herum und entdecken ein Schild „Rooms,
Camping“. Ein kleiner Stellplatz im Garten eines Wohnhauses mit separater
Dusche, na, das ist doch was für uns. Gleich nach 50 m eine Bushaltestelle, wo
wir mit dem öffentlichen Bus in die Innenstadt bequem fahren können. Wir
bleiben! Es ist ja auch schon 19.00 Uhr
und Klaus ist vom langen Fahren ziemlich ausgepowered. Wir machen uns Pasta mit
Thunfischsoße und Salat und stoßen mit Rotwein auf unsere bisher erfolgreiche, und gut verlaufende Fahrt an und ein klein
wenig auf unseren heutigen Hochzeitstag. Wir können schön draußen sitzen,
abends ist es noch 24 Grad warm. Mitten in der Nacht, so gegen 1/2 3 Uhr, wachen wir auf. Im Womo sind es 27 Grad!
Also nichts wie Lüften und dann dauert es, bis wir wieder einschlafen.

Montag, den 24.09.2001
Gegen 8.00 Uhr wachen
wir auf, frühstücken gemütlich und -
der Himmel ist bedeckt. Es sind zwar 24 Grad, aber schön ist anders. Nun
ja, auch ohne Sonne fahren wir mit dem Linienbus Mokosica, Bus Nr. 1A (Orange = Linienbus) Richtung Zentrum von
Dubrovnik. Wir fahren ein wenig kreuz und quer, kommen in den Genuss, die
Außenbezirke von Dubrovnik zu
besichtigen und steigen dann, wie sich herausstellte zu früh aus. Na ja egal, wir marschieren in die super erhaltene, bzw.
super wieder aufgebaute Altstadt von Dubrovnik. Die Stadtmauer ist vollkommen
intakt und führt rings um den Altstadtkern. Wehrtürme alle paar hundert Meter
und das alles in schwarzem Basaltstein. Wir kaufen uns einen Kulturführer,
trinken einen Capuchino und was tuts, na es regnet. Wir zahlen Eintritt und
laufen ringsum (na ja die Hälfte wenigstens) die Stadtmauer entlang
zusammen mit vielen anderen Touristen.
Wir spazieren durch die durch den Regen glänzenden Altstadtgassen und lassen
uns schließlich dazu animieren, in einem der Straßenrestaurant Mittag zu essen.
Ganz gut, auch mal nicht selbst zu kochen und wir bewundern die imposante
Hafenanlage und besuchen noch etliche Kirchen. Uns fällt auch hier auf, dass
doch etliche Häuser wieder hergestellt werden müssen bzw. im desolaten Zustand
leer stehen und direkt daneben Neubauten entstanden sind.

Wir erwischen unseren
orangen Linienbus, diesmal ein museumsreifes Exemplar, der uns in unser
jetziges Zuhause in den Vorort Mokosica bringt.
Vorher noch kurz im Kiosk
eingekauft, Kaffe getrunken und Ansichtskarten geschrieben. Immer wieder ein
kurzer Regenschauer, trotzdem bei 24 Grad kann man es auch draußen aushalten.
Morgen wollen wir wieder nördlich Richtung Zadar. Unser Platzvermieter, Herr
Marinowitz (der Chef) sagte, die Jugos haben 4 Jahre lange immer wieder Bomben
auf Dubrovnik geworfen. Auch sein Haus sei getroffen worden. Überall sieht man,
wenn man genau hin schaut, auch noch Einschüsse, aber auch im Führer steht, das
die erheblichen Zerstörungen weitestgehend wieder beseitigt wurden. Hier wurde
viel Geld aus dem Ausland in das Kulturerbe Dubrovnik investiert. Man kann sich
schon vorstellen, wie durch den unseligen Krieg Mensch und Natur, Häuser und
Kulturgüter gelitten haben.
Campinggebühr für 2 Übernachtungen
einschl. Strom: 50,00 DM

Dienstag, den 25.09.2001
Wir sind ziemlich bald
aufgewacht und siehe da, die Sonne lacht! Und das kroatische Meer ist doch
blau! Wieder die Küstenstraße entlang, unendlich viele Kurven. Den schmalen
Küstenstreifen Bosnien-Herzogewina umfahrend kurz in ein fruchtbares Tal (viel
Obstanbau für Obstbrände!) und dann
wieder hoch über dem Meer mit tollem Blick auf die vielen vorgelagerten Inseln
und Inselchen. Dann ein Stau.....mindest eine dreiviertel Stunde geht gar nichts.
Wir sehen, dass ein Lkw an eine Felsmauer gekracht ist. Die Bergung dauert und
dauert. Endlich geht es weiter und wir genießen den endlich schönen Blick aufs
Mittelmeer. Mokarska, Split, Tragir lassen wir links liegen, auf der
viel befahrenen Straße ist jetzt ziemlich Verkehr. Plötzlich bei Kastel,
links und rechts kleine Werkstätten, Häuschen etc. hat Klaus Probleme, das Auto
lässt sich nicht mehr schalten. „Wahrscheinlich ist das Kupplungsseil gerissen“
Na, super, Klaus lässt das Auto in eine Auffahrt links rüber rollen, hier haben
wir noch Glück, dass grade im Moment niemand entgegen kommt, und das war es
erst einmal. Eine junge Frau mit einer Schubkasse kam zu uns und es stellte
sich heraus, dass sie deutsch konnte. Sie war in München geboren und der Vater
hatte 10 Jahre bei BMW gearbeitet. Egal, die hilfsbereite junge Dame fuhr Klaus
mit ihrem Auto ca. 500 m weiter zu einer Autowerkstatt, bzw. einem
Schrotthändler mit der Lizenz zum Reparieren (ha, ha) . Der sah sich unser
Dilemma kurz an und kam dann mit Jeep und
seinem Sohn und schleppte uns in seine Werkstatt. Circa 1 cm Platz links
und rechts an der schmalen Einfahrt in sein Gelände (ich wagte gar nicht, aus
dem Fenster zu schauen) . Schließlich waren wir heil angelangt, er bockte unser
Auto hoch und nach gründlicher Analyse stellte er fest, dass das Ausrücklager
des Kupplungsseils gerissen ist. Nun ja, der Gute hat geschweißt und geschwitzt
und nach ca. 2 Stunden war alles wieder gut.
Der Spaß hat uns 150 DM gekostet , in Deutschland in der Werkstatt
hätten wir etliches mehr bezahlt! Die Eltern der jungen Dame kamen dann auch
noch zum übersetzen. Es stellte sich raus, dass wir keine Rechnung bekämen, da
der unser hilfsbereiter Altautohändler eigentlich nichts reparieren darf, aber
das ist uns relativ egal, Hauptsache das Auto läuft. Na ja, noch mal Glück
gehabt. Nette Leute und sehr hilfsbereit!
Gegen 15.00 Uhr ging es
dann weiter und – heute ist wirklich nicht unser Glückstag – nicht viel später
stellte Klaus fest, dass der Auspuff hängt. Er reisst den vorderen Teil ab und
weiter geht es. Die Schürze unten am Auto ist verschmort, es ist echt zum
weinen! Was passiert denn noch alles!
Klaus biegt in eine
Waschanlage ab, wenigstens sauber soll unser Auto mal sein, wir kaufen in einem
großen Supermarkt bei Zadar ein, holen Geld vom Automaten und fahren wieder auf
die Autobahn und dann auf den Campingplatz Maritim bei Zadar. Noch ein schönes Abendessen und auch
der nicht so sehr angenehme Tag mit Pleiten, Pech und Pannen geht zu Ende.
Ankunft 18.00 Uhr,
Km-Stand: 148.484, Abends Gewitter
Mittwoch, den 26.09.2001
Heute den ganzen Tag
gefaulenzt, zwischen 20 und 25 Grad warm, immer mal ein wenig bedeckter Himmel
und leichter Nieselregen. Im Großen und Ganzen aber sehr angenehm. Ich war heute
auch das erste Mal im Meer schwimmen, etwas frisch aber trotzdem herrlich!
Klaus der Weichling, ihm ist das Wasser zu kalt! Mittags Steaks gegrillt und
flotte Unterhaltung mit den deutschen Nachbarn. Links ein Rentnerpaar mit bunt
geschmücktem Bürstner und Siamkatze aus dem hohen Norden und rechts zwei Bayern
aus Bad Tölz.Abends ein kleiner Spaziergang, dann mit den Leuten aus Aurich
(wohnen auf Norderney) gequatscht bis in die Puppen. Die waren auch schon
überall da, wo wir schon waren mit dem Wohnmobil, von Apulien bis Sizilien, von
der Eng bis Gibraltar.
Campinggebühr für
1.Kategorie: direkt am Wasser: 70,00 DM
Donnerstag, den
27.09.2001, ca. 18 Grad
Start in den Norden gegen
10.15 Uhr (es wird auch immer später) Richtung Rijeka. Herrlichster Sonnenschein
mit toller Sicht auf die Inseln. Erst die total karge Felseninsel Pag, dann Rab
und Krk. Vorbei am Nationalpark Paklenica (kahle, ca. 1700 m hohe
Bergrücken), Kalobag, Prizna, Jablonac, Senij (von hier aus sind wir vor
ein paar Tagen zu den Plitvicer Seen gefahren) dann die Großstadt Rijeka.
Von hier aus fahren wir durch die Berge nach Triest, vorbei an vielen
Pilzverkäufern . Vielleicht sehen wir noch eine Schweinerösterei, aber Satz mit
X, es war wohl nix. Die nächste Passkontrolle nach Slowenien und dann läßt uns
auch noch ein italienischer Zöllner zur Routinekontrolle rechts rausfahren.
Gründlich wird – sogar unser Klo – besichtigt und für o.k. erklärt. Scheinbar
werden doch einige Albaner über die Grenze geschmuggelt. Die Axt, die er dann gefunden
hat machte ihn zuerst etwas stutzig, Klaus hat ihm aber glaubhaft versichert,
dass wir diese nicht als Waffe benutzen.
Na ja, muss vielleicht schon sein. Nach 5 Minuten war auch das erledigt
und wir fahren auf die Autobahn Richtung Triest bis zur Ausfahrt Grado.
Wir wollen nach Aquileia, eine der bedeutensten archäologischen
Ausgrabungen Norditaliens. Lt. den Angaben der Auricher soll es hier einen
guten Stellplatz geben. Nach ein wenig Umherirren haben wir ihn auch gefunden
in der Nähe des „Museo archeologico“.
Ankunft ca. 18.00 Uhr, ca.
21 Grad, km-Stand: 148.871

Auf dem Stellplatz steht
noch ein italienisches Wohnmobil und ein Berliner Golf mit einem Miniwohnwagen
„Eriba“. Der Stellplatz ist inmitten einer Wohnsiedlung untergebracht, sogar
mit Entsorgung und Wasser. Die Toiletten sind allerdings abgesperrt. Auf einmal
steigt eine große Frau ganz in Pink aus dem kleinen Wohnwagen. Eine Frau, ein
Mann?!? Eindeutig eine Transe. Klaus verwickelt ihn/sie in ein längeres
Gespräch und es stellte sich heraus,
dass der/die Gute über Österreich, Ungarn und Slowenien kommt und nach Kroatien
will auf die Insel Krk. So einen
genauen Plan hat sie/er aber nicht. Er/sie redet mit amerikanischem Akzent,
kommt aus Florida und hat dort Haus, Boot, ...?!? lebt schon länger in Berlin
und gibt dort Vorlesungen. In was hat er/sie uns aber nicht verraten. Sehr
merkwürdig, aber schmunzel, schmunzel. Nur wer reist, kann so etwas erleben!
Freitag, den 28.09.2001,
Sonne, bis w24 Grad
Ziemlich bald aufgewacht,
nach Kaffee und frischen Brötchen gegen 9.00 Uhr zur Besichtigung der römischen
Ausgrabungen in Aquileira aufgebrochen. Die nette rosarote Transe schläft noch,
macht auch nix. Das Museum hat offensichtlich noch zu und wir besichtigen
inzwischen die Basilika mit einem großen Mosaik unter einem Glasdach. Das Forum
Romanum und die römischen Hausreste beeindruckt uns nur mäßig, dagegen
der gute Bäcker mit ganz besonderen Basilikumbötchen sehr. Wir fahren weiter
nach Grado und hier direkt an den Bootsanlegeplatz , unserem bekannten
Stellplatz. Es stehen schon einige Wohnmobile
da, darunter auch einer vom Thein mit Wunsiedeler Kennzeichen. Bei
angenehmen Temperaturen bummeln wir durch die pittoreske Altstadt mit wenig
Touristen und genießen das italienische Flair. Abends wunderschöner
Sonnenuntergang über dem Meer.
Samstag, den 29.09.2001, ca. 22 Grad
Heute geht es weiter
Richtung Österreich, wir möchten mal an den Millstädter See in Kärnten. Auf der
SS 252 Richtung Udine (vorher noch die guten Brötchen) Talmezzo immer der
Autobahn entlang. Dann auf der Bundesstraße über Tarviso, Arnoldstein nach
Villach. Kurzer Abstecher zum Faaker See und dann Richtung Millstädter See,
Döbrich/Kärnten. Herrlicher Sonnenschein, schöner Platz (Burgstaller Camping)
jetzt in der Nebensaison gerade noch erschwinglich (27,00 DM) . Wir tauschen
noch 100 DM in Schilling um und essen abends wieder mal Kartoffelsalat und
grillen Steaks. Hoffentlich bleibt das Wetter so schön, ideal zum wandern – wir
haben ja noch eine Woche Urlaub!
Km-Stand: 149.101, Ankunft:
ca. 1400 Uhr
Sonntag, den 30.09.2001
Nach frischen Semmelbrezeln
brechen wir auf Richtung Döbrich. Der Himmel ist bedeckt, was uns aber nicht abhält heute die
Gegend zu erkunden. Wir wollen Richtung Mirnock, einer der Nockberge,
zur Posegger Alpe (1200 m hoch). Es fängt langsam und dann heftiger zu
regnen an und wir müssen unsere Regencapes überziehen. Eine ganz schön nasse
und ziemlich steile Angelegenheit. Tropfnass kommen wir am Gasthaus Posegger an und bekommen grad noch zwei Plätze. Viele
Einheimische (u.a. eine ganze Motorradgruppe)
machen uns klar, hier muss es gutes Essen geben. Eine gut ausgebaute
Straße erleichtert das Heraufkommen auf die Alm, wir sind die einzigen
Wanderer. Wir essen Gulasch mit Spätzle, der Klaus und ich Käsespätzle
(selbstgemacht versteht sich) mit Salat und sind sehr satt und zufrieden.
Mittlerweile hat es auch zu regnen aufgehört und wir marschieren, wesentlich
gemütlicher, der Straße entlang bergab wieder Richtung See. Vorbei an wunderschönen, blumenreichen Bauerngehöften.
Zum Glück können wir immer wieder mal zwischendurch einen schönen Blick auf den
See genießen und sind gegen 17.00 Uhr wohlbehalten aber müde an unserem
Wohnmobil.
Nach dem langen Marsch haben
wir schon wieder Hunger und machen uns Bratkartoffeln, Schinken und Ei. Noch
ein kurzer Anruf zuhause, alles in Ordnung. Dann müssen wir uns ins Innere vom
Bürstner verziehen, es regnet wieder. Der Wetterbericht sagt aber für die
nächsten Tage schönes Wetter voraus, wollen wir hoffen!
Montag, den 01.10.2001, ca. 12 Grad um 8.00 Uhr, Sonnenschein
Wir wollen heute Richtung Millstadt
und gehen zuerst ein Stücke die Straße entlang. Ein freundlicher Kärntner sagt
uns, wir sollen über Starfach, Matzelsdorf, Sappl mit herrlicher
Sicht über den See und auf den Großglockner nach Millstadt laufen.
Genauso machen wir es. Wir sind wieder fast alleine unterwegs und nachher in Millstadt
merken wir es an allen Ecken und Enden, die Saison ist vorbei. Am einzigen noch
offenen Cafe am See genehmigen wir uns Kaffee und Kuchen, um 16.20 fährt ein
Passagierschiff wieder zur Schiffsanlegestelle Döbriach-Glanz. Wir genießen die
Schifffahrt und abends einen roten Federweißen (Sturm in Kärnten genannt).
Schmeckt lecker, hoffentlich stürmt es nicht zu arg.
Dienstag, den
02.10.2001, wolkenlos
Heute fahren wir mit den
Fahrrädern bis Feld/See, Richtung Bad Kleinkirchheim, ca. 28 Kilometer und
lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Morgen geht’s in Richtung Heimat.
Campinggebühr: DM 80,00
Mittwoch, den 03.10.2001
Erst geht es Richtung Bad
Kleinkirchheim dann die Nockalmstraße (165 Schilling Maut) auf 2040 m Seehöhe den Nationalpark
Nockberge entlang. Bei herrlichem Sonnenschein fahren wir Richtung Salzburg –
Autobahn Katschbergtunnel Richtung Burghausen. Von da auf die B 299 Richtung
Landshut nach Kehlheim. Hier wollen wir übernachten und dann am nächsten Tag zu
Bürstner!
Wir finden einen schönen
Stellplatz und bei einem schönen Stadtbummel genehmigen wir uns ein schönes
Abendessen in einem netten Restaurant.
Die Firma Bürstner finden
wir allerdings nicht, Klaus hat sich da ein wenig getäuscht. Die Firma Bürstner
ist in Kehl am Rhein und nicht in Kehlheim. Trotzdem, gute Idee, hier waren wir
auch noch nicht!
Km-Stand: 149.520
Donnerstag, den
04.10.2001
Gemütlich fahren wir nach
Hause und haben noch drei Tage, bevor unser Alltagstrott wieder losgeht!
Zusammenfassung: Trotz schöner Urlaubserfahrung in Südfrankreich
und in Kroatien war 2001 nicht der Brüller, und auf die Erfahrung, dass der
Motor, das Getriebe und der Auspuff kaputt geht, hätten wir gern verzichtet.
Mal sehen, was uns das nächste Jahr bringt!
Inge & Klaus
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Mit dem Urteil vom 12. Mai
1998-312 O 85/98-"Haftung für Links" hat das Landgericht Hamburg
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